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USA-Reisetagebuch: Tag 5 – Mr Ford und Mr Chevy

Um 6 h morgens mussten wir heute aufstehen, da das Haus ja noch ein wenig geputzt werden und die letzten Sachen eingepackt werden sollten, und wir einiges an Fahrzeit vor uns hatten. Wir verlassen La Jolla mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Die Tage hier waren unglaublich entspannend, der tägliche Gang zum Strand mit Baden und Schnorcheln einfach klasse – hier hätten wir es auch noch länger aushalten können… aber wir wollen ja noch mehr von Kalifornien und dem übrigen Südwesten der USA sehen.

Gegen halb neun machten wir uns dann auf den Weg nach Yucaipa zu unseren Wohnmobilvermietern, Frank und Stefanie. Die Firma hatten wir von Freunden aus Berlin empfohlen bekommen, die dort letztes Jahr einen RV gemietet hatten. Davor hatten wir uns in den dunklen Wintermonaten auf den üblichen Portalen umgeschaut, aber nur recht teure Angebote gefunden. Die RVs aus Yucaipa sind eher etwas älter, haben doch die eine Meile mehr drauf (in unserem Fall sind es sogar bereits an die 96000!!), aber sind dafür um ein vielfaches billiger als die der großen und bekannten Anbieter wie z.B. Cruise America, Britz (mit denen wir im übrigens in Neuseeland superzufrieden waren), Apollo usw. Der Kontakt mit den deutschen Auswanderern verlief im großen und ganzen recht unkompliziert, und so hatten wir im Februar bereits alles klar gemacht. Anfangs hatten sie nur einen RV, aber nach ein paar weiteren Tagen und einigen Emails, war auch ein zweiter RV gebucht. Wir hatten uns für eine 23-25′- Standardvariante entschieden, da wir zum einen nicht mit einem unnötig großen Fahrzeug durch die Gegend fahren wollten und zum anderen wegen dem Preis. Bei einem Monat Mietdauer macht sich das schon bemerkbar! Aber so richtig klein sind die Fahrzeuge für unsere Begriffe nun auch nicht, wenngleich die vielen anderen, die uns so auf dem Highway überholen, gigantische Ausmaße erreicht haben! Und trotzdem wiegt unserer „kleiner“ Wagen „nur“ 7 Tonnen laut Frank… das merkt man auch. Und an die (Aus)Maße des Fahrzeuges muss man sich erstmal gewöhnen.

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Die guten zwei Stunden Fahrt von La Jolla nach Yucaipa liefen gut, Staus gab es zum Glück so früh am Morgen noch nicht. Gegen halb elf kamen wir dann vor Ort an. Die RV-Vermietung lag eher etwas unscheinbar in einem Wohngebiet zwischen ganz normalen Wohnhäusern, nicht mal ein richtiges Schild gab es… Frank war vor Ort mit seinen Autos beschäftigt, und er war leicht zu erkennen, da wir ihn ja zuvor schon mal in einem Video gesehen hatten. Nun folgte die persönliche Einweisung in unsere zwei Fahrzeuge (einen Chevrolet und einen Ford, aber im großen uns ganzen recht ähnliche Fahrzeuge), was in der sengenden Hitze kein wirklicher Spaß war. Wir mussten dann erstmal die benzinbetriebenen Generatoren anwerfen und die Klimaanlage einschalten, ansonsten hätte es man in den Fahrzeugen nicht lange ausgehalten. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, fuhren wir noch unsere zwei Autos auf den nahegelegenen Flughafen nach Ontario, um sie dort bei Hertz wieder abzugeben. H schaffte es, mit den letzten Tropfen dorthin zu kommen, da er sich vom Hetzmitarbeiter vor ein paar Tagen eine Tankfüllung hatte aufschwatzen lassen (sprich teuer Geld für einen vollen Tank bezahlt hatte), und den Verlust zumindest so klein wie möglich halten wollte (für knapp 20 Meilen waren bei der Abgabe noch Sprit im Tank). Dann ging es schnell wieder zurück nach Yucaipa, von wo aus wir gegen 14 Uhr nachmittags zum nahegelegenen Einkaufszentrum fuhren, um uns mit dem Nötigsten für die nächsten Tage einzudecken. Bei Walmart nebenan kauften wir auch noch schnell einen billigen Grill, und so ging es dann zu schon recht vorgerückter Stunde endlich auf die Straße.

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Die Stockholmer fuhren Richtung Las Vegas, wo sie sich für die nächsten zwei Tage bereits auf einem zentralen Campinglatz eingebucht hatten. Wir fuhren erstmal gen Osten, ohne dass das exakte Ziel für den Abend entschieden war. Rein prinzipiell wollen wir zum Grand Canyon und morgen am Nationalfeiertag dem 4. Juli gerne in einer der kleinen Städte oben in den Bergen sein, um dort ein wenig, doch gemäßigt mitzufeiern.

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Nach einem kurzen Abendessen bei Burger King, ging es weiter den Highway entlang gen Westen. Der Verkehr wurde zum Glück weniger und die Straßen überraschenderweise besser. Obwohl schon recht spät, entschieden wir uns doch gegen die nähere Übernachtungsvariante (der Platz sah außerdem vom Highway aus recht furchtbar aus) und so landeten wir am Ende cirka eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit in Needles, einer kleine Stadt vor der Grenze zu Arizona. Wir hatten zuvor am Campingplatz angerufen (einer von elf Plätzen vor Ort!!) und wollten einen Platz für die Nacht reservieren, was sich aber als völlig unnötig erwies. Bei unserer Ankunft waren es so um die 40 Grad (lt. Wetterapp im Telefon, wir haben leider keinen Außenthermometer in unserem alten RV, gefühlt eher 50!!), und wir versuchten so schnell wie möglich uns und den RV nachtklar zu machen, da alle ziemlich müde waren. Heiß war es, wie gesagt, sowohl draußen als auch drinnen… also mussten wir die Klimaanlage starten. Die ist zwar höllisch laut, aber das war uns egal. Geschlafen haben wir trotzdem, zu müde waren wir von diesem anstrengenden Tag. Und ohne Klimaanlage wären wir wohl verschmachtet. So brauchte man sogar mitten in der Nacht eine Decke, weil’s zu kalt wurde – verrückte Welt!

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