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USA-Reisetagebuch Tag 22-26 (20.-24. Juli): Yosemite – großartige Natur und ein unverhofftes Familientreffen

Yosemite – endlich waren wir hier. Wir hatten ziemlich hohe Erwartungen, die erst gar nicht so richtig erfüllt wurden. Mussten wir doch bereits vor Monaten unsere drei Übernachtungen im Park buchen, und bei unserer Anreise wurde auch ganz klar warum. Die Campingplätze waren voll, überall standen Autos, das Visitor Center war voll, die Shuttlebusse waren voll, die Trails waren voll usw. Am Ende hat uns der Park dann aber doch noch so einiges geboten, wofür sich ein Besuch dort wirklich lohnt.

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Die meisten Leute denken an Yellowstone, wenn man von den amerikanischen Nationalparks spricht. Yellowstone war eben der erste US-amerikanische Nationalpark und wurde bereits 1872 gegründet. Yosemite hingegen wurde erst 1890 formell ein Nationalpark, aber bereits am 30. Juni 1864 von Abraham Lincoln – mitten im amerikanischen Bürgerkrieg – durch ein Dekret, dem Yosemite Grant, zum Naturschutzgebiet erklärt – zum ersten Mal in der US-amerikanischen Geschichte. Und wenn man bestimmten Quellen glauben mag, zum ersten Mal in der Weltgeschichte… (wir haben das nicht näher überprüft).

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Wir hatten unser Lager auf den Upper Pines Campground aufgeschlagen, dem letzten Campingplatz im recht überfüllten Yosemite Valley. Die Nordamerikaner machen hier eben auch gerne Urlaub, und das merkt man. Wir hatten doch Glück, zwei nebeneinander gelegene Plätze im hinteren Teil des Campingplatzes ergattert zu haben, wo es zumindest ein wenig ruhiger zuging. Die Toiletten waren natürlich in einem den „Massen“ entsprechendem Zustand, aber wir haben ja zum Glück immer unsere eigene Toiletten dabei, die wir im (absoluten) Notfall benutzen können.

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Der Upper Pines lag günstig in der Nähe einiger schöner Wanderwege, die übrigen erreicht man bequem mit dem Shuttle, der nur ca 200 m entfernt durch den Wald eine Haltestelle hatte. Am ersten Tag erledigten wir erstmal den obligatorischen Besuch im Visitor Center (Stichwort Junior Ranger), wo es u a auch ein interessantes Museum über die Natur und die erdgeschichtliche Entstehung des Yosemites gab. In einem Kino konnte man außerdem halbstündlich Filme über die Entstehung des Yosemites anschauen. Natürlich gab es hier auch einen Souvenirladen (mit relativ gut sortierter Lebensmittelabteilung), eine Post und dem Wilderness Center, in dem man sich Permits für bestimmte Mehrtageswanderungen besorgen konnte. Es wurden z.B. täglich noch Restplätze für die Half-Dome-Besteigung verlost (immer 48 h vorab), so dass es auch noch für Kurzentschlossene die Möglichkeit für längere oder spezielle Wanderungen gab. Das war natürlich nichts für uns mit den Kindern. Wir machten erstmal einen kleinen Spaziergang zu den Lower Yosemite Falls, zusammen mit Hunderten von anderen Besuchern! Dann fuhren wir noch zu den Mirror Lakes, die aber aufgrund der anhaltenden Dürre einen sehr niedrigen Wasserspiegel hatten, so dass sich der Spiegeleffekt in Grenzen hielt. Den Kinder reichte es aber, um sich abzukühlen, und so waren am Ende doch alle zufrieden. Wir schafften es dann gerade noch, vor einem recht heftigen Gewitter nachhause zum Camp zu kommen. D trotzte den Naturgewalten und heizte heldenhaft unseren 20$-Walmart-Grill an, so dass wir Unwetter zum Trotz zu unserem Barbecue kamen.

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Für den nächsten Tag hatten wir uns den Mist-Trail vorgenommen. Dieser Trail begann im Prinzip ca. 300-400 m von unserem Wohnmobil entfernt und führte zu den Vernal-Falls und dann weiter zu den Nevada-Falls. Bis zur ersten Etappe waren noch eine ganze Menge Leute unterwegs, danach wurden es ruhiger. Der Aufstieg war anstrengend, die Landschaft aber fantastisch! Die Kinder machten das Ganze auch im Prinzip ohne zu meckern mit. Nach einer längeren Pause an den Nevada-Falls, ging es dann über einen Teil des berühmten John-Muir-Trails wieder nach unten, der noch mal gewaltige Panoramen bot. Fast wieder im Tal angekommen, hörten wir schon das nächste Gewitter sich nähern. Trotzdem strömten die Massen noch den ersten Wasserfälle entgegen. Wir waren allerdings mal wieder froh, vor dem Regen zu den Campern zurückgekommen zu sein. Der Grill wurde natürlich trotzdem angeworfen.

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Am kommenden Morgen verließen wir das Yosemite Valley. Erstmal hielten wir nochmal am Visitor Center, um den Junior Ranger einzulösen und im Souvenirshop vorbeizuschauen. Dann fuhren wir nach anfänglichem Zögern Richtung Glacier Point – zum Glück. Als erstes versuchten wir einen Platz am einzigen Campingplatz, dem Bridalveil Campground zu ergattern. Im Visitor Center stand zwar, dass es nur noch Zeltplätze geben sollte, aber darauf kann man sich nie wirklich verlassen. Außerdem kamen wir dort sowieso vorbei auf unsere Weg zum Glacier Point. Und siehe da, wir hatten Glück und fanden noch Plätze.GlacierPoint_wm

Endlich mal ein Platz, der nicht so voll war, sehr schön etwas abseits der Straße gelegen, einfach schön. Nachdem wir uns es etwas gemütlich gemacht und gegessen hatten, wollten wir etwas später zum Glacier Point fahren. Plötzlich meinte C zu D, ob das nicht sein Bruder aus Berlin wäre, der da gerade über den Platz fuhr… und wirklich, da kamen die Berliner in ihrem Kompaktcamper und suchten auch nach einem Platz zum Übernachten – ha, was für eine Überraschung!!!! D und sein Bruder hatten sich nämlich nicht wirklich abgesprochen, obwohl sie von einander wussten, dass jeweils der andere mit der Familie in Kalifornien sein würde… Schon irgendwie toll, dass man sich nun ausgerechnet auf dem entlegensten Campground im Yosemite traf. So fuhren wir eben alle gemeinsam zum Glacier Point, von dem man einen tollen und unglaublichen Blick aufs Yosemite Valley und den Half-Dome hatte. Auch die Wasserfälle, an denen wir am Tag zuvor gewesen waren, konnte man von hier oben bestaunen – einfach traumhaft schön. Den Abend beendeten wir mit gemeinsamem Abendessen an einer großen Tafel für 12 Personen und einem späteren Lagerfeuer mit Marshmallowgrillen…
Am darauffolgenden Tag hieß es für uns Abschied nehmen, sowohl von den Stockholmern und Berliner als auch vom Yosemite. Waren wir anfänglich ein wenig enttäuscht, so waren die letzten zwei Tage dann doch auf alle Fälle den Besuch wert. Wer weiß, vielleicht kommen wir nochmal wieder… Die anderen wollten noch eine Nacht am Bridalveil bleiben und am nächsten Tag noch eine Wanderung vom Glacier Point aus machen. Wir hingegen wollten uns auf den Weg nach San Francisco machen, um dort Freunde zu besuchen.

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Unser Fazit:

  • der Yosemite ist auf jeden Fall einen Besuch wert
  • großartige Natur, man muss nur die richtigen Ecken (v a Trails wie z.B. den Mist-Trail) finden
  • beim nächsten Mal würden wir vielleicht nur eine Nacht im Yosemite Valley übernachten (oder gar keine Nacht im Tal) und lieber versuchen, mehrere Nächte am Bridalveil zu sein und von dort aus Tagestouren machen (es gibt mehrere schöne Trails dort oben, und man kann z.B. die Nevada Falls auch vom Glacier Point aus über den Panorama-Trail erreichen oder den Sentimental Dome Trail gehen; alle entfernungsmäßig für halbkleine und halbgut trainierte Kinder geeignet)
  • wenn möglich Hochsaison vermeiden (aber mit europäischen Sommerferien ist das für die arbeitende Bevölkerung meist nur sehr schlecht möglich)

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Ward ihr auch schon mal im Yosemite und habt noch ein paar Insidertips? Nur her damit, wir sammeln gerne bereits jetzt schon für unseren nächsten Besuch!!!

5 Kommentare

  1. Ja man sollte nicht unbedingt in der Hauptsaison fahren. Dann ist es dort wirklich sehr voll. Das trifft aber eigentlich auf die meisten Nationalparks im Westen der USA zu. Wer es ruhiger mag sollte am besten in der Nebensaison unterwegs sein.

    Schöne Grüße,
    Thomas

    • Vielen Dank, Thomas! Ist auch ein toller Nationalpark der Yosemite mit gewaltigen Landschaften. Ist wirklich großartig dort, auch wenn wir anfangs nicht wirklich begeistert waren und uns die überfüllten Campingplätze fast erschlagen hätten…
      LG
      Hartmut

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