58GradNord - Grand Canyon North Rim
Kommentare 2

USA-Reisetagebuch Tag 10 (9. Juli): Unterm Sternenhimmel – Grand Canyon North Rim

Heute hieß es schon wieder Abschied nehmen von Familie Holste, was bei allen vier Kindern gar nicht gut ankam…, hatten wir (Eltern) aber doch geplant gehabt, noch an die nördliche Kante des Grand Canyon zu fahren. Gestern hatten sich ja unsere Kinder durchgesetzt, aber heute waren dann mal wir dran und so ging es mit Mrs Ford (inzwischen kommt uns unser Fahrzeug doch eher wie eine alte Dame vor) nach einem kurzen ”Dumpstop” (sprich: Abwaser ablassen und Frischwasser tanken) wieder zurück nach Arizona (also wieder minus eine Stunde!) und erneut nach Page. Die Fahrt durch den Sand vom Strand nach oben zur Straße verlief zum Glück ohne Probleme!

BeachSign_wm

Von Page aus ging es wieder ein Stück weit die 89er nach Süden, um dann später wieder über die 89A nach Norden abzubiegen und auf einer Scenic Route durch Indianerland bis zur Navajo-Brücke zu fahren, wo wir einen Stopp einlegten. Hier konnte man lange Zeit nur per Fähre von einer Seite zur anderen kommen, bis Anfang 1929 diese Brücke gebaut wurde. Davor musste man sogar die ca 1300 km um den Canyon herumfahren!

Navajobridge01_wm

Navajobridge_wm

NavajobridgeSchmuck_wm

Nach einer kurzen Begehung und Besichtigung der Brücke sowie einem kurzen Einkauf bei den älteren indianischen Damen am Parkplatz, ging dann die Reise weiter Richtung Grand Canyon. Den erreichten wir ungefähr gegen die Mittagszeit und hatten uns dann inzwischen wieder auf ca 9000 Fuß hoch bewegt. Das merkte man deutlich an den Temperaturen, weshalb plötzlich lange Hosen, Pullover und Jacken hervorgeholt wurden.

Hier am ”North Rim” ist es deutlich ruhiger als am ”South Rim”, was aber nicht bedeutet, dass es hier leer wäre um diese Jahreszeit. Die Campingplätze, bzw der einzige Campingplatz im Park war anscheinend die kommende Woche komplett ausgebucht. Wir wollten nich riskieren, ohne Übernachtungsmöglichkeit zu sein, weshalb wir schon einige Kilometer vor Parkeingang an einem kleinen Campingplatz (DeMotte Campground) anhielten, um einen Platz für die Nacht klar zu machen. Viele RV-Plätze gab es nicht mehr, aber zum Glück war für uns jedenfalls was dabei. Hier kann man sowohl mit dem Zelt als auch mit dem RV übernachten. Es gibt saubere Plumpsklo und Trinkwasser, jedoch keine Dumpstation für RVs. Und hier war es abends definitiv ruhiger, als am North Rim – können wir uneingeschränkt empfehlen!

Campingplatz_wm

Bison_wmGestärkt nach einem kleinen Mittagessen machten wir uns dann die letzten wenigen Kilometer auf bis zum ”North Rim”, parkten dort und begaben uns erstmal ins Besucherzentrum. Dort schauten wir uns eine ganze Weile um, kauften u.a. einen „Nationalparkspass“ für die Kinder mit Platz für Stempel für jeden von uns besuchten Nationalpark und waren glücklicherweise immer noch dort, als ein kräftiges Unwetter losbrach. Es blitze und donnerte gewaltig, der recht heftige Regen ging plötzlich in Hagel über, und wir waren heilfroh, noch ein Dach über dem Kopf zu haben und nicht draußen am Canyon zu sein. Nachdem sich das Ganze beruhigt hatte, wagten wir uns doch noch raus zum Bright Angel Point, der Hauptaussichtspunkt am North Rim, von dem man einen tollen Blick auf den Canyon hatte. Man läuft einen schmalen Pfad auf einem der Felsausläufer entlang bis zur Spitze (da gibt es glücklicherweise einen kleine Zaun mit Handlauf, an dem man sich festhalten kann). Wir waren doch sehr froh, hier nicht während des Unwetters gewesen zu sein. Hatte die Trödelei unser Kinder doch auch mal was gutes…

Stempel_wm

Lodge_wm

Wir gingen dann ein wenig später zum RV zurück und ruhten uns noch ein bißchen aus bis wir im 16:45 Uhr zur Grand Canyon Lodge gingen, wo wir einen Tisch zum Abendessen mit Blick auf den Canyon bestellt hatten. Die Aussicht war nicht schlecht und auch das Essen recht lecker. Vor allem mussten wir heute mal nicht selber kochen – auch schön. Und nach dem Abendessen ging es dann wieder zurück an die Kante, um nochmal die Aussicht zu genießen und um noch mehr Fotos zu machen… Die Kinder und B verzogen sich in der Zwischenzeit gleich zweimal in den Souvenirshop während H die Batterien leerknipste… Das ist im übrigens echt ein Problem, dass unsere Fotobatterien und der Laptop nur schwer zu laden sind, zumindest wenn wir nicht einen Übernachtungsplatz mit Strom haben, was in den Nationalparks selten der Fall ist.

Abendessen_wm

Wir machten uns dann wieder auf den Rückweg zu unserem Campingplatz, wo wir erst nach Enbruch der Dunkelheit ankamen, gleichzeitig mit vier jungen Franzosen, die keinen Platz zum Zelten für die Nacht hatten und am Suchen waren. Sie fuhren uns einfach hinterher und fragten uns, was sie tun sollten. Wir boten Ihnen an, auf dem zu unserem Platz gehörenden Zeltplatz zu übernachten, brauchten wir den Platz ja eh nicht, und der Camping war voll. Dass das am nächsten Tag ein wenig Ärger geben konnte, ahnten wir da noch nicht…

Der Sternenhimmel in dieser Nacht war fantastisch! Kaum störendes Licht, sternenklar, man konnte die Milchstraße und zigtausende von Sternen sehen – schade, dass wir ihn nicht fotografieren konnten (immer noch nicht gelernt wie, ohne die halbe Nacht aufbleiben zu müssen). Es war aber nicht nur sternenklar, sondern auch sehr, sehr kalt, so dass wir an unseren Schlafsäcken wirklich froh waren…

2 Kommentare

    • Hallo Barbara,
      Grand Canyon ist schon beeindruckend… und wie du vielleicht aus unseren Berichten herausgelesen hast, hat es uns am North Rim eigentlich am besten gefallen. Die Milchstraße zu fotografieren ist mir bisher immer noch nicht gelungen, obwohl ich inzwischen schon einige Nachtbilder gemacht habe mit Polarlicht zum Beispiel. Muss eben weiter üben!!
      LG
      Hartmut

Hier ist Platz für Kommentare!