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Kungsleden im Winter – Familienabenteuer in Nordschweden

Wie sehr hatte ich mich doch auf diese Tour zusammen mit der ganzen Familie gefreut. Den Kungsleden im Winter, zusammen mit den Kindern, ein lang gehegter Traum sollte endlich wahr werden und nun das… am zweiten Tag schon das Aus!
Schweren Herzens, mit Tränen in den Augen und voller Zorn über mich selbst und die gesamte Situation zog ich meine Pulka hinter mir her, versank immer wieder im tiefen Schnee und kämpfte mich weiter zum Ausgangspunkt unserer heutigen Tour zurück…

Und dabei hatte es anfänglich an schon ein wenig andere Probleme gegeben.

Anreise mit Hindernissen

Lange wußten wir nicht, was wir in den Osterferien unternehmen sollten. Ich hatte frei – was ja nicht immer selbstverständlich ist – und trotzdem konnten wir uns lange nicht entscheiden. Als wir dann endlich beschlossen hatten, eine Tour im winterlichen Fjäll zu wagen, waren alle Nachtzüge gen Norden (so viele gibt es ja nicht) natürlich bereits ausgebucht, weshalb wir Anfang April diesen Jahres früh am Morgen in den Flieger von Stockholm-Arlanda nach Kiruna in Norrbotten stiegen.

Die Verladung unseres „Expeditions-Gepäcks“ verlief problemlos. „Ihr habt doch jeweils nicht mehr als 20 kg mit dabei?“ fragte der Mitarbeiter der Fluggesellschaft freundlich, was wir natürlich genauso freundlich verneinten, obwohl wir ja entsprechend der üblichen 23-kg-Regel gepackt hatten, aber letztendlich hat es ja niemanden interessiert und nachgewogen hat auch keiner…

In nur eineinhalb Stunden ging es dann zuerst an der Küste entlang und schließlich über die schwedischen Einöde nach Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens mit cirka 18 000 Einwohnern. Seit unserem letzten gemeinsamen Besuch vor cirka 15 Jahren hatte sich doch einiges hier verändert. Ein Großteil der Stadt wird aufgrund der sich immer weiter ausbreitenden Eisenerzgrube in den nächsten Jahren umziehen, ein enormes Projekt, das noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird. Aber man hat bereits angefangen, das neue Stadtzentrum aus dem Boden zu stampfen.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Die Weite Norschschedens von oben

In nur ein guter Stunde Flugzeit von Stockholm aus taucht man in eine ganz andere Welt ein.

Schon vom Flieger aus sahen wir ihn endlich… Schnee! Hatte er sich doch diesen Winter in Südschschweden wirklich rar gemacht, sollte es nun endlich für uns noch einmal so richtig Winter werden bevor der Frühling dann endlich Einzug hält.
Ich muss zugeben, dass es sich schon etwas komisch anfühlte als wir am Vortag bei Temperaturen um die 16-17 Grad zuhause den Bus mit Ski und Winterklamotten füllten. Und nun standen wir bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, von Schnee umgeben mehrere hundert Kilometer nördlich des Polarkreises.
Nachdem wir unsere Gepäck entgegengenommen hatten, machten wir uns mit dem Bus auf in die Innenstadt Kirunas. Dort war erstmal Mittagessen angesagt, und danach erkundeten wir ein wenig das Centrum, wo wir uns unter anderem Mützen kauften, da wir unsere zuhause vergessen hatten (das passiert eben, wenn man bei fast sommerlichen Temperaturen für eine Wintertour packt). Auch besuchten wir unter anderem die berühmte Kirche von Kiruna, die auch in den nächsten Jahren an eine anderen Stelle in der Stadt umgeziehen wird.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Kiruna Airport

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Kiruna Kyrka

Kiruna Kyrka

Am Nachmittag kurz vor 15 h ging dann endlich der Bus nach Nikkaluokta, einer kleiner Ansammlung Häuser am Ende der Straße und dem Tor zum Kebnekaisefjäll. Viele unserer Mitreisender fuhren kurz nach der Ankunft des Busses in Nikkaluokta  gleich weiter zur Kebnekaise Fjällstation. Wir hingegen hatten uns für eine Nacht in einer kleinen Hütte bei Familje Sarri eingemietet, die dort eine kleine private Fjällstation betreiben, wo man unter anderem wohnen und essen kann. Die Übernachtungen in Nikkaluokta sind billiger als in der Fjällstation von Keb, und außerdem geht es bei den Sarris ein wenig ruhiger zu als in der inzwischen recht umtriebigen Fjällstation nahe Schwedens höchstem Berg dem Kebnekaise.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Auf ins Fjäll

Der Weg ins Fjäll.

Am nächsten Morgen ging es dann auch für uns nach einem ausgiebigen Frühstück mit dem Schneemobil gen Westen Richtung Gebirge.
Ein kleines Problem hatten wir dann aber doch noch zu lösen. Nach unserer Ankunft in Nikkaluokta am Vorabend hatten die Kinder sich gleich erstmal voller Begeisterung ihre Langlaufski untergeschnallt und genossen den vielen Schnee. Die Tochter kam irgendwann dann zur Hütte zurück und meinte, ihre Schuhe wären zu klein… und das obwohl wir sie doch erst (!) vor 6-8 Wochen anprobiert und für gut befunden hatten… Leider gab es keine passenden Schuhe bei Familie Sarri zu leihen. Die wenigen Exemplare vor Ort waren alle viel zu groß! Mein liebe Frau hatte dann noch am Abend mit der Rezeption von Keb telefoniert und sich versichern lassen, dass es dort Schuhe zu leihen gebe.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - One Size fits all!

Für die Skooterfahrt muss man sich schon warm anziehen. One Size fits all… oder keinem!!

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Skooterfahrt

Mit dem Skooter zur Kebnekaise Fjällstation

Verspäteter Start von Keb

In Keb angekommen machten wir uns gleich mal auf den Weg zur Ski- und Ausleihstation, die auch nur noch knappe 20 Minuten geöffnet haben sollte. Dort durfte unsere Tochter erstmal passende Schuhe finden. Natürlich passten diese nicht zu ihrer Bindung ihrer Ski, weshalb wir auch noch ein paar Ski ausleihen mussten. Leider waren die kürzesten 1.80 m lang und hatten natürlich entsprechend Spannung, so dass sie die beim Laufen mit ihren vergleichsweise lächerlichen 25 kg Körpergewicht nicht auf den Untergrund gedrückt bekam. Nun war guter Rat teuer. Mit zu kleinen Schuhen loslaufen war keine wirkliche Alternative, mit den langen und schweren Ski käme die Tochter aber auch keine noch so kleine Steigung hoch… letztendlich behalfen wir uns damit, dass sie die Schuhe und Ski ihres Bruders nahm und er sich neue Schuhe und Ski leihen durfte. So kamen wir dann letztendlich mit einer guten Stunde Verspätung dann doch noch auf den Weg und unsere erste Etappe in die Berge! In dem ganzen Hin und Her blieben dann ihre alten, zu kleinen Skistiefel in der Fjällstation stehen… frage mich, ob sie heute auch noch da stehen…?

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Start am Keb

Endlich die richtigen Ski und die passenden Schuhe – nun kann’s losgehen!

15 Kilometer zum Kungsleden

Der erste Wandertag ist ja erfahrungsgemäß immer ein wenig zäh. Oft wird Pause gemacht, das Gepäck zurechtgerückt und irgendwie ist der Körper auch noch nicht auf dieses Anstrengung eingestellt… aber irgendwie ging es langsam aber sicher vorwärts, und wir ließen die Zivilisation in Form der Kebnekaise Fjällstation mit Mobilempfang und WiFi nun endgültig hinter uns.

„Wegloses Land“ wie man hier oben sagt. Einfach immer wieder faszinierend. Ganz richtig ist das ja nicht, da der Kungsleden, der „Königspfad“, ja in der Regel ganz gut mit zwar sehr hässlichen roten Holz- bzw. Metallkreuzen „ausgeschildert  ist, was die Orientierung aber enorm erleichtert – zumindest solange das Wetter mitspielt. Und das kann sich hier oben schlagartig ändern.

In dieser Umgebung wird einem mal wieder bewusst, wie klein der Mensch doch im Vergleich zur Natur ist.

Nach einigen Kilometern wurde das Tal enger und es ging jetzt stetig bergauf. Hier trafen wir auch auf einige andere Winterwanderer, die von unserem heutigen Tagesziel aus zurück in die Zivilisation unterwegs waren. Die meisten waren wohl den Kungsleden von Abisko im Norden aus gelaufen und nun auf dem Weg zum Abschluss ihrer Tour zur Fjällstation in Keb oder Nikkaluokta.
Auf dem Weg nach oben hielten wir einige Male an. Kleider an, Kleider aus, mal kurz was trinken oder essen. Zwischenzeitlich fing es an zu schneien und die Sicht nahm drastisch ab. Da ist man an den roten Kreuzen wirklich sehr froh, um sich nicht zu verlaufen. Im großen und ganzen genossen wir es aber, endlich wieder in der Natur unterwegs zu sein.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Rast mit Pulka

Immer wieder machten wie Rast.

Eine kleine Herde Rentiere tauchte plötzlich hinter eine Felsen hervor auf und kreuzte unseren Weg. Sie wirkten  genauso überrascht wie wir, hier plötzlich auf jemanden getroffen zu sein. Über unseren Köpfen zog ein Seeadler seine Bahnen… irgendwie konnte ich es noch gar nicht glauben, dass wir gute 24 Stunden zuvor noch im Straßenverkehr Stockholms unterwegs gewesen waren.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Rentiere

Rentiere

Kungsleden im Winter – Hüttenübernachtung

Es zog sich ein wenig,  und sowohl die Kinder als auch wir Erwachsene wünschten uns insgeheim bald oben angekommen zu sein, von wo aus wir glaubten unser heutiges Tagesziel, die STF-Hütten „Singi“ sehen zu können. Immer wieder verschlechterte sich die Sicht, dann verzogen sich die Wolken wieder und erlaubten eine Sicht bis hoch auf den Kamm. Dort angekommen sahen wir wirklich die Hütten unten im Tal!
Nun waren wir nicht mehr zu halten und fuhren so schnell wie es nur ging an den roten Kreuzen vorbei nach unten! Beim Runterfahren beschleunigt das zusätzliche Gewicht der Pulkas nochmal, und mit ordentlichem Stockeinsatz fuhr ich an den Kindern, die vor uns fuhren vorbei. Nun freute ich mich auf die Hütte.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - SIngistugorna

STF-Hütte Singi – ein „Modell 65“

Unten angekommen wies uns der freundliche Hüttenwart gleich die Schlafplätze für die kommende Nacht zu. Wie letztes Jahr in der Fältjägerhütte handelte es sich auch bei dieser Hütte um das „Modell  65“ mit 20 Schlafplätzen auf zwei Abteilungen verteilt. Nebenan waren Andi, ein Schweizer Schlittenhundenguide mit seinen internationalen Gästen einquartiert. In seine Schlittenhunde verliebten sich die Kinder natürlich sofort! Am liebsten wären sie wohl mit den Schlitten weitergefahren.
Zum Abendessen wurden die Huskys mit riesigen Portionen Fleisch gefüttert, die Andi tiefgekühlt auf den Schlitten mit dabei hatte. Nur gut, dass die Schlittenhunde so zahm und kinderfreundlich waren… unsere zwei konnten sich kaum von den kuscheligen Vierbeinern losreissen.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Raubtierfütterung

„Raubtier“-Fütterung

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Huskies und Kinder

Die Kinder in ihrem Element…

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Husky

Wir bekamen den Wohn- und Schlafplatz in der anderen Abteilung der Fjällstuga und hatten die 10 Betten ganz für uns alleine. Der Hüttenwart sorgte dafür, dass es auch so bis zum nächsten Tag blieb und quartierte später ankommende Gäste in der zweiten Hütte ein, die bereits bei unserer Ankunft recht voll gewesen war. Er wollte uns etwas gutes tun und meinte, eine Familie mit Kindern kann ja gerne für sich sein.  Hier in Singi verbrachten wir also nun uns erste gemeinsame Nacht im Fjäll. Nun fühlte es sich wirklich echt an – wir waren endlich auf dem Weg durchs weglose Land!

STF – Hüttenalltag

Der Schwedische Touristenverband STF (Svenska Turistföreningen) betreibt in den schwedischen Bergen eine Reihe einfacher Übernachtungshütten, somit ist man nicht darauf angewiesen, im Zelt zu übernachten. Das macht eine Wintertour doch ein wenig einfacher und komfortabler. Weit ab von jeglicher Zivilisation hat man hier zumindest ein Dach über dem Kopf und muss nicht frieren. Natürlich sind die Hütten eher einfach gehalten ohne Strom und fließendem Wasser, aber es gibt zumindest Gasherde für die Essenzubereitung und genügend Brennholz, um im kleinen Bollerofen ordentlich einzuheizen!

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Wasser holen bei Minusgraden

Wasser holen bei Minusgraden…

Das Wasser muss man aus nahegelegene Quellen, Flüssen oder Seen geholt werden. Hier in Singi war die Wasserstelle leider recht weit entfernt und lag cirka 600 Meter von der Hütte entfernt an einem zugefrorenen See. Im Sommer fliest das Wasser wohl fast direkt an den Hütten vorbei, aber nun im Winter liegt die Wasserstelle zwischen den STF-Hütten und Kårtjevoulle sameviste, ein Wohnort der Samen und ein Teil des Girjas samebyGut, wenn man da wie wir eine Pulka dabei hat, so dass man zumindest zwei große Wasserkanister auf einmal füllen und transportieren kann. Bei den Witterungsverhältnissen, die bei unserem Aufenthalt dort herrschten, hätte man auch nicht zu oft Wasser holen wollen. Es reichte schon immer, die cirka 150 Meter durch den tiefen Schnee zu stapfen, um zu den Plumpsklo zu kommen. Vor allem da dort auch die meiste Zeit ein kräftiger Wind blies und es teilweise auch heftig schneite.

Auf dem Weg nach Kaitumjaure

Am kommenden Morgen, nach einem stärkenden Frühstück und nachdem wir Abschied vom Hüttenwart sowie Andi und seinen Huskys genommen hatten, ging es hochmotiviert weiter gen Süden. Heute wollten wir zur nächsten Fjällhütte in Kaitumjaure weiterwandern. Die Etappe ist mit ungefähr 13-14 Kilometern veranschlagt und somit ein wenig kürzer als die am Vortag. Guter Dinge legten wir die ersten 1-2 Kilometer zurück. Die Sicht war nicht die beste, was wir sehr bedauerten, da man die schroffen Berge um uns herum nur erahnen konnte, meist waren wir von einem großen Weiß fest umschlossen.

Die Kinder und wir Erwachsene waren trotz des fehlenden Sonnenscheins gut gelaunt und so ging es ohne große Schwierigkeiten vorwärts. Nach cirka 4 Kilometern machten wir uns erste Gedanken, wann und wo man denn eine erste kleine Pause einlegen könnte, als sich mein rechter Ski plötzlich komisch anfühlte… ein Blick nach unten und es offenbarte sich das Problem… die Skibindung hatte sich vom Ski gelöst und hing nur noch an einer Schraube! Meine Versuche, die Schrauben wieder festzudrehen schlugen fehl… zuhause hatte ich den Bügel der Bindung erneuert und dafür die Bindung vom Ski abgenommen. Beim erneuten Montieren der Bindung auf den Ski hatte die eine Schraube nicht mehr richtig gefasst. Aber da die anderen festzusitzen schienen und es sich ingesamt völlig stabil anfühlte, hatte ich mir keine Gedanken gemacht, dass es nicht halten könnte… das rächte sich nun… schon nach ein paar wenigen Schritten war die Bindung wieder lose. Wir hatten kein Werkzeug dabei, um hier und nun vor Ort eine größere Reparatur zu starten, also musste Duck Tape her, mit dem man ja bekanntlich alles irgendwie reparieren kann. Also saß ich nun plötzlich im Schnee und versuchte, meine Skibindung mit Tape zu reparieren. Das Ergebnis sah schon schei… aus, und es hielt auch nur ein paar wenige Schritte, dann hing die komplette Bindung an meinen Schuhen… das funktionierte nicht…

 

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Bindung kaputt

1. Versuch: Schrauben wieder festziehen…

2. Versuch: Bindung ankleben…

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Ski kaputt

Hier geht gar nichts mehr…

Wir überdachten unsere Alternativen, sahen aber schon ziemlich schnell ein, dass wir gezwungen waren, wieder nach Singi zurückzukehren, da man sich von dort notfalls mit dem Skooter ausfahren lassen konnte. So kam es also, dass ich ohne Ski, eine Pulka ziehend verzweifelt durch den Schnee zurück zu unserem heutigen Etappenstart stampfte…

MacGyver – Skireparatur auf Schwedisch

In Singi angekommen, zogen wir sogleich wieder direkt in „unsere“ Hütte ein. Es fühlte sich fast so an, als wären wir nie weggewesen.
Nachdem wir uns erstmal vom ersten Schreck erholt hatten, machte ich mich auf den Weg zum Hüttenwart, um geeignetes Werkzeug aufzutreiben. Irgendwie musste dieser Ski doch zu reparieren sein. Der Hüttenwart bot mir seine Ski an, da er sie diese Saison nicht mehr brauche, meinte er… ich wollte doch aber gerne auf eigenen Ski weiterreisen. Außerdem hätten mir seine Schuhe nicht gepasst. Auch eine Fahrt mit dem Schneeskooter nach Keb oder Nikka war keine wirkliche Alternative, da aufgrund der immer schlechter werdenden Witterungsverhältnissen auch eine Skooterfahrt nicht mehr möglich war.

Mit Hilfe des vorhandenen Werkzeuges montierten wir die Bindung einfach ein wenig versetzt auf den Ski drauf. Die Schrauben mussten wir durch neue, ein wenig dickere Schrauben ersetzen. Das ging eigentlich sehr gut, nur dass sie ein wenig zu lang waren, und wir sie davon erstmal ein wenig kürzen mussten. Die alten Bohrlöcher wurden mit Kaugummi verklebt, dass nicht noch Wasser in das Innere des Skis gelangen konnte. Nach einer knappen Stunde Arbeit, waren meine Ski und ich wieder einsatzbereit, und die Bindung saß bombenfest auf dem Ski, definitiv besser als vorher!

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Bindung reparieren

Bohrer gab es keinen, aber die neuen Löcher wurden einfach mit kleineren Schrauben „vorgebohrt“.

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Bindung mit Kaugummi reparieren

Mit gut vorgekautem Kaugummi wurden die alten Löcher abgedichtet….

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - Bindung reparieren: fertig

Das Endergebnis!

Die Kinder hatten den Nachmittag genutzt, um sich mit der nächsten Gruppe Schlittenhunde anzufreunden. Außerdem hatten wir inzwischen die Hütte nicht mehr komplett allein für uns, da noch andere Skiwanderer eingezogen waren, unter anderem eine Familie aus Stockholm mit zwei Jungs im ähnlichen Alter wie unsere Kinder, die auch den Kungsleden nach Süden laufen wollten.

So wurde aus der völlig aussichtslosen Situation ein paar Stunden zuvor noch ein schöner Nachmittag und Abend. Nun musste nur noch unsere Konstruktion ein paar Tage halten und uns bzw. mich durchs winterliche Fjäll bringen.

Aber das ist ein andere Geschichte…

58 Grad Nord - Kungsleden im Winter - STF Singi

Die „Singistugor“ – inzwischen schon fast ein wenig Fjällheimat für uns!

Europablogparade

Obwohl es im Moment hier oben bei uns in Schweden sommerlich warm ist und wir täglich Temperaturen bis zu 28-29 Grad erleben, wollte ich endlich mal von unseren winterlichen Erlebnissen berichten.
Ich habe die Europablogparade von Christine vom Reiseblog Trip to the Planet genutzt, um von den kleine Pannen auf unserer ersten gemeinsamen Familienskitour zu berichten. Demnächst folgen noch ein paar mehr handfeste Tipps zum Winterwandern und ihr erfahrt, ob unsere Konstruktion bis zum Ende der geplanten Tour durchgehalten hat.

 

20 Kommentare

  1. Hallo Hartmut,
    also dieser Teaser am Anfang hat mich beim Lesen ja schon ein bisschen auf die Folter gespannt. 😀
    Zum Glück konntet ihr den Ski wieder reparieren, das wäre sonst echt zu schade gewesen.
    Der Bericht klingt nämlich ansonsten einfach traumhaft! Spätestens als ihr den Rentieren begegnet seid war ich hin und weg – so ein schönes Abenteuer und ein toller Artikel.

    Liebe Grüße,
    Jessi

  2. Supercool, im wahrsten Sinne des Wortes wohl 😉 Nee, gefällt mir toll und ich bin hin und hergerissen zwischen „will ich aus“ und „oh man ist das anstrengend“. Aber wahrscheinlich müssen wir das einfach mal wagen um zu prüfen, wie es uns gefällt. Wenn es soweit ist, frag ich bei dir nach Tipps 😉 Gruß, Nina

  3. Boah wahnsinn, das ist ja mal ein Erlebnis. Nicht nur die atemberaubende Natur, Elche, Schlittenhunde und so viel Eis. Dann auch noch die ganz normalen Pannen die man eben immer so erlebt und ihre praktische Lösung. Deine Kinder haben echt was gelernt auf dem Trip, oder? Klingt genial, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob wir das auch so locker und entspannt weggesteckt hätten. 😉 Hoffentlich kommt bald die Fortsetzung, ich bin schon ziemlich gespannt!

    Viele Grüße

    Victoria

    • Hallo Victoria,
      leider habe ich zu wenig Zeit im Moment, sonst wäre die Fortsetzung schon online! Ich kann nur sagen, dass auch ich einiges gelernt habe auf dem Trip durch den Schnee. Vor allem nicht gleich alles zu negativ zu sehen… meist gibt es irgendwie einen Ausweg und eine Lösung!
      LG aus dem Norden ins warme Thailand,
      Hartmut

  4. Hallo Hartmut,
    deine Geschichte erinnert wunderbar an meine Zeit im finnischen Lappland. Wunderschön und ebenso eisig kalt.
    Dein Bericht zeigt deutlich, es braucht keinen blauen Himmel für tolle Bilder.

    Viele Grüße
    Katja

  5. Hallo Hartmut,
    ich finde es ja immer wieder bemerkenswert, dass eure Kinder bei solchen Touren komplett mitziehen. Ist ja schon mit einer gewissen Anstrengung und Kälte vermuten. Scheinen wirklich kleine Schweden zu sein… 😉 Persönlich bin ich ja froh, auf meinem sonnigen Balkon zu sitzen, und von Schnee nur zu lesen. Wobei mit Huskies kuscheln ja schon sehr verlockend klingt!
    LG
    Katharina

    • Hallo Katharina,
      vor dieser Tour waren wir uns auch nicht sicher, ob sie das so gut wegstecken würden, aber sie haben uns mal wieder positiv überrascht!! Ein wenig nervös waren wir aber im Vorfeld schon. Nun planen wir in Gedanken schon die nächste Tour!!
      LG
      Hartmut

  6. Hallo Hartmut,
    nach ein paar Jahren erinnert man sich an die Touren besser, bei denen nicht alles rund ging. Diesmal hattet Ihr wirklich mit vielem zu kämpfen und ich bange mit, wie es weiter ging und freue mich auf den nächsten Artikel. Der Kungsleden ist ja im Sommer schon seit Jahren beliebt; den wollte ich früher mal wandern, allerdings haben mich immer die vielen Mücken abgeschreckt. Im Winter stören die ja nicht. 🙂
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Hallo Barbara,
      das ist wirklich einer der Hauptvorteile im Winter, dass man sich nicht mit diesen lästigen Mücken herumärgern muss. Dafür ist es manchmal ein wenig kälter, aber in den Hütten wird es ja zum Glück immer kuschelig warm!
      LG
      Hartmut

  7. Lieber Hartmut,

    traumhaft. Absolut traumhaft. Etwas anderes kann ich zu der atemberaubenden Schneelandschaft nicht sagen. Ein bisschen neidisch bin ich da schon. Aber vielen Dank für die großartige Idee, wie ich meinen nächsten Schwedenaufenthalt verbringen werde. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    • Liebe Kathi,
      vielen Dank! Ja, die Winterlandschaft im Norden Skandinaviens ist einfach einmalig schön! Wir sind auch ganz begeistert! Ich finde auch, dass du ein Besuch dort ganz fest einbuchen solltest.
      LG aus dem Norden,
      Hartmut

  8. 3x Daumen hoch für deinen Bericht, das klingt echt abenteuerlich, jedenfalls für mich. Aber einen schwedischen MacGyver wie dich, wirft das ja nicht aus der Bahn. 😜
    Vor vielen Jahren hatte ich mir mal vorgenommen, einen Teil des kungsledens zu laufen. Das habe ich jetzt mit euch gemacht. Liebe Grüße in den schönen Norden. Ines

    • Liebe Ines, vielen Dank, deine Worte tun gut! Ich muss ja gestehen, dass bei uns in der Familie eher meine liebe Frau der MacGyver ist, aber ich lerne ständig dazu… 🙂
      LG ins schöne Berlin!
      Hartmut

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