58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Sankt Anna
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Auch ohne eigenes Boot in die schwedischen Schären

Die schwedischen Schären an der Ostküste schätzen wir ganz besonders. Für uns ist es der nächstgelegene Küstenabschnitt von zuhause. Vor allem ist es aber wirklich ein ganz besonders schöner Flecken Erde. Unser Favorit ist die Gegend um Sankt Anna.

Bei Seglern sehr beliebt, bietet die dortige Inselwelt eine faszinierende und traumhafte Landschaft, die es zu entdecken gilt. Es gibt dort Tausende von schönen Naturhäfen zum Erforschen und Übernachten. Doch auch ohne eigenes Boot kann man die Inselwelt der Schären in Östergötland erkunden. Wir erklären euch hier gerne wie!

Das Gebiet um Sankt Anna umfasst den mittleren Teil der sogenannten Östgötaschären, die vom Bråviken und der Gegend um Arkösund im Norden bis zum Schärengarten von Gryt um Valdemarsvik herum im Süden reichen. Dieses Gebiet umfasst die Kommunen Norrköping, Söderköping und Valdemarsvik.
Im Sommer kann man die Schären mit Hilfe der Boote der „Skärgårdslinjen“ bereisen, die von den drei oben genannten Kommunen betrieben wird. Normalerweise verkehren die Boote täglich von Anfang Juli bis Anfang August (Die Schweden tun sich leider immer noch schwer damit, dass für viele Kontinentaleuropäer der gesamte August der beliebteste Sommer- und Reisemonat ist!). Von Tyrislöt, dem Endpunkt der Landstraße 210 auf Norra Finnö verkehren doch bereits Boote im Juni nach Harstena (muss man sich aber vorher anmelden). Auch zum Seekajakpaddeln lädt die Gegend um Sankt Anna ein.

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Kajakverleih

Söderköping – Filmkulisse für Astrid Lindgrens Madita

Und wie kommt man dorthin? Am einfachsten von Söderköping aus über die Landstraße 210 gen Osten. Söderköping, an der E22 und am Göta-Kanal gelegen, ist ein schönes kleines schwedisches Städtchen. Hier sieht es wirklich so aus, wie in Astrid Lindgrens Schweden! Hier wurden unter anderem Teile der Madita-Filme (eigentlich ‚Madicken‘!) gedreht. An einem schönen Sommertag kann man sich hier locker mehrere Stunden aufhalten und durch die kleinen Straßen schlendern, die Boote auf dem Göta-Kanal bestaunen und vielleicht die Familie mit Eisträumen des in der Region bekannten Cafés Smultronställe beglücken. Außerdem ist die Stadt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten (alles von kleinen, lokalen Handwerkern bis zu großen Supermärkten) eine bequeme „Proviantstation“ auf der östlichen Nord-Süd-Verbindung.

Auf der Landstraße in die Schären

Fährt man dann weiter auf der E22 Richtung Süden geht es kurz nach Ortsausfahrt links ab nach Sankt Anna (S:t Anna) und Tyrislöt. Sankt Anna ist im übrigen kein regelrechter Ort, wenngleich es zwei Kirchen und eine Schule gibt, um die herum ein paar Häuser stehen. Die Einwohner von Sankt Anna leben über ein größeres Gebiet verstreut, zu denen auch die zahlreichen Inseln vor der Küste zählen. Nach cirka 45 Minuten Autofahrt erreicht man dann den Lagnöströmmen. Über eine tolle Brücke geht es hier nach Norra Finnö. Rechter Hand liegt die ehemalige STF-Jugendherberge Sankt Annas direkt am Wasser, die inzwischen reines Restaurant bzw. Café ist und zu einem kürzeren oder längeren Zwischenstopp einlädt.

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Sankt Anna Gården

Sankt Anna Gården – ehemalige STF-Jugendherberge

Schwedische Schären zum Anfassen

Hier angekommen bekommt man endlich einen guten ersten Eindruck von der wunderschönen Schärenwelt Sankt Annas. Nach der Lagnöbrücke kann man gleich nach rechts einbiegen und runter zum Wasser fahren (Tanken an der kombinierten Auto-Boot-Tankstelle) oder in einem kleinen Café ein Eis essen. Fährt man ein paar Hundert Meter weiter auf der Hauptstraße liegt rechter Hand (2. Querstraße rechts nach der Lagnöbrücke) „Edgards hus“, das von Ende Juni bis Mitte August unter anderem die örtliche Touristeninformation beherbergt. Hier gibt es auch einen kleinen Laden und ein Café, wo man in einem schönen Garten mit Blick aufs Wasser sitzen und dabei die vorbeifahrenden Boote beobachten kann. Man findet hier auch allerlei Informationen über die Gegend, einen angelegten Uferweg (ca 800 m, rollstuhl- und kinderwagengeeignet, Vogelbeobachtungsturma auf halber Strecke) sowie einen ca 1200 m langen Waldwanderweg. Öffnungszeiten im Sommer zwischen cirka 11 und 19 Uhr (alle Tage inkl. Wochenende).

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Alte Zapfsäule

Camping in Sankt Anna – Tyrislöt und Sanden

Nun sind es noch cirka 20 Minuten mit dem Auto bis ans Ende der allgemeinen Straße nach Tyrislöt. Schon kurz nach der Lagnöbrücke kann man auch noch einen Abstecher nach Mon machen (links abbiegen), wo es u a  Hütten und Kanus zu mieten gibt.
Weiter auf der Hauptstraße, die teilweise reicht kurvig vorbei an Weiden und durch Kiefernwälder führt, gelangt man zum Abzweig (rechts) nach Sanden und zum Källbuktens Campingplatz. In Sanden gibt es einen Landhandel, der gut sortiert ist. Den kann man auch per Boot erreichen, da er nicht unweit eines größeren, öffentlichen Bootssteges liegt (von dem man auch gut Barsche fischen kann!!). Hier gibt es auch die Möglichkeit, einige wenige Hütten über private Anbieter zu mieten und einen kleinen sehr ruhigen Sandstrand. Dieser ist ideal für kleine Kinder, da das Wasser sehr seicht ist.
Der nahegelegene Campingplatz ist wunderschön am Wasser gelegen und v a für Familien sehr geeignet. Die sanitären Einrichtungen sind eher einfach, aber in der Regel sauber. Es gibt dort gute Bademöglichkeiten, und man kann hier Kanus mieten. Die Plätze für Camper verteilen sich teilweise auf freiliegenden Rasenflächen oder unter schattenspendenden Kiefern und Birken. Wir haben hier auch schon am Wochenende gecampt und können den Platz wirklich empfehlen – einfach aber schön.

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Källbuktens Camping in Sankt Anna

Hier geht’s zum Campingplatz…

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Bootsanleger in Sanden (Sankt Anna)

Der Bootsanleger in Sanden.

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Angeln in Sanden (Sankt Anna)

Unser Sohn in seinem Element!

Auch am Ende der Landstraße 210 in Tyrislöt gibt es einen Campingplatz. Hier übernachtet man evtl. ein wenig exponierter als in Sanden, v a auf den Plätzen, die direkt an der „Hauptstraße“ liegen, die jedoch meist von schwedischen Dauerncampern belegt sind. Der andere Teil des Campingplatzes liegt ein wenig abgeschiedener mit Zugang zum Wasser und guter übriger Infrastruktur. Der Platz ist insgesamt offener und vielleicht ein wenig heller als Källbuktens Campingplatz in Sanden, der eben von vielen schattenspendenden Bäumen gesäumt ist.
In Tyrislöt gibt es einen wirklich guten Kajakverleih, in dem wir vor vielen Jahren schon Seekajaks gemietet haben, als wir noch keinen eigenen Boote hatten. Und Seekajaks sind eine gute Art, die Schären in der Nähe zu erkunden. Denn die Schären kann man eigentlich nur so richtig vom Boot aus erkunden, weshalb wir zumindest einen Tagesausflug mit der bereits oben erwähnten Skärgårdslinjen ins nahegelegene Harstena empfehlen (siehe auch Segeln am Nationaltag), die am Ende der Straße in Tyrislöt abfährt. Am Eingang zum Camping liegt ein nettes Café, in dem auch die Rezeption des Campingplatzes untergebracht ist. Im Sommer finden hier auch des öfteren kleine Auftritte regionaler Musiker statt.

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Camping Tyrislöt

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Camping Tyrislöt

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären - Fahrplan Scherenboote Tyrislöt

Der Fahrplan der Scherenboote in Tyrislöt

Sankt Anna lohnt sich definitiv für eine mehrtägigen Besuch, und den Umweg auf dem Weg nach Norden bereut man letztendlich wirklich nicht. Man sollte sowieso versuchen, so oft wie möglich von den Europastraßen abzufahren und kleinere, lokale Wege nutzen – zumindest, wenn man dafür Zeit hat. Von Norden kommend (natürlich auch umgekehrt!), kann man auch die Abfahrt Jönåker von der E4 wählen und fährt dann weiter gen Süden (den Schildern „Hamn/Jönåker/Arkösund“ folgen). Ca 20 km in Säter kommt man dann zur ersten gelben Straßenfähre (umsonst, statt Brücke). Nach der kurzen Überfahrt geht es weiter nach Süden bis nach Norrkrog, von aus man mit der nächsten Straßenfähre nach Stegeborg übersetzt. Hier gibt es u a ein nettes Restaurant direkt am Wasser und einen großen Yachthafen sowie ein Hotel. Fährt man auf der Straße weiter kommt man kurz danach auf die 210, kurz vor S:t Anna (einfach links abbiegen Richtung Tyrislöt).

Wer will kann hier raus natürlich auch mit dem Fahrrad fahren (meine liebe Frau hat das ja letztens in die umgekehrte Richtung gemacht), aber für einen richtigen Rundkurs muss man schon die Boote nutzten, die zwischen den einzelnen Inseln und Küstenabschnitten verkehren, sonst wird’s doch ein wenig anstrengend…

58 Grad Nord - Ohne eigenem Boot in die schwedischen Schären -

Und wenn man richtig Glück hat, kann man hier sogar Delfine sehen!!!

8 Kommentare

    • Vielen Dank! Ja, die Schären sind schon ein ganz besonders schöner Platz auf dieses Erde. Wir sind eigentlich viel zu selten dort, obwohl wir nur eine gute Autostunde von den östlichen Schären entfernt wohnen.
      In den Stockholmer Schären waren wir auch schon unterwegs, allerdings ist das schon ein paar Jahre her… Für uns geht’s nun demnächst erstmal nach Norwegen, da waren wir noch viel zu selten.
      LG aus dem hohen Norde,
      Hartmut

    • Liebe Bianca,
      vielen Dank für das Feedback! Freut uns natürlich ganz besonders, dass es euch dort gefallen hat. Wir werden wohl diesen Sommer auch wieder ein paar Mal in Richtung S:t Anna unterwegs sein!
      Bäste Grüße aus Schweden,
      Hartmut

  1. Pingback: Göteborgs Schärengarten | Love Affair mit großen Steinen | Reiseblog Viermal Fernweh

  2. Delfine???? Ich will unbedingt Delfine sehen! Wusste gar nicht, daß man die in Schweden sehen kann!

    Vielen Dank für diesen Bericht! Der wird für die Reiseplanung im Hinterkopf gespeichert!
    Viele Grüße,
    Martina

    • Norra Finnö liegt uns ganz besonders am Herzen – eine wunderschöne Gegend an der schwedischen Ostküste und auf jeden Fall einen Abstecher wert! Delfine haben wir leider hier auch noch nicht gesehen, nur Seehunde beim Segeln draußen in den Schären… wünschen euch eine schöne Reise! 🙂

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