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Liebster Award – nicht ohne meine Familie

Wir haben ja bereits ab und zu über den „Liebster Award“ in anderen Blogs gelesen, und als relative Neulinge in der Blogwelt freuen wir uns ganz besonders über die Nominierung von Christin von tinytraveler.de, die erst vor kurzem wieder von einer längeren Reise mit ihrer Familie aus Japan zurückgekehrt ist.

Und das waren ihre Fragen an uns. Die Beantwortung übernimmt H:

1. Was war dein erstes Urlaubserlebnis, an das du dich bewusst erinnerst? Hmmm, da bin ich mir gar nicht so sicher. Habe Schwierigkeiten, das genau zeitlich einzuordnen. Könnte aber einer unserer wenigen Familienurlaube im Ausland gewesen sein. Wir waren in Österreich auf einem Bauernhof. Unsere Ferienwohnung war direkt über dem Stall, gleich nebenan floss ein kleiner Bach. Wir haben viel auf dem Hof gespielt, und in der Nähe gab es einen wunderbar warmen See zum Baden, glaube der hieß Mondsee oder so ähnlich. Bin mir aber nicht mehr so ganz sicher, kann nicht älter als 4 oder 5 Jahre gewesen sein. Erinnere mich dunkel, dass nachts eine Kuh gekalbt hat, wir aber nicht mit in den Stall durften, da die Erwachsenen meinten, dass das nichts für kleine Kinder sei. Wir haben inzwischen ja auch schon ein paar Male Urlaub auf dem Bauernhof in Österreich gemacht und dort u a auch einer Kuhzwillingsgeburt beigewohnt (leider eine doppelte Totgeburt). Die Kinder waren die ganze Zeit interessiert und fasziniert dabei, und selbst das tragische Ende verkrafteten sie gut.

2. Welches war dein bestes Reiseerlebnis? Das war echt eine schwierige Frage, hat man doch inzwischen so einiges erlebt… kann ich nicht wirklich eindeutig beantworten. Mein schönstes Reiseerlebnis ist, wenn ich mit meiner Familie unterwegs sein kann. Da fühle ich mich am wohlsten und da kann jeden Tag was besonderes passieren…

3. Und welches war das schlechteste Erlebnis? Als ich als Student in Maastricht unsere Zugtickets nach Brüssel verbummelte und wir uns nochmal neue kaufen mussten oder vielleicht eher als wir in Irland nach dem Abi in einer seltsamen Unterkunft untergekommen waren, in der nachts eine Prügelei ausbrach… keiner wusste so richtig, was eigentlich los war… war recht unbehaglich. In Neuseeland suchten wir einmal sehr, sehr lange nach einer Stelle zum Übernachten. Ziemlich müde stellten wir uns schließlich auf einen öffentlichen Parkplatz in einer kleinen Stadt. Plötzlich hielt ein kleiner Pickup neben uns und ein älterer Mann machte uns darauf aufmerksam, dass dies keine „friendly town“ sei… Uups. Nun ja, er bot uns an, auf seiner Farm außerhalb der Stadt zu nächtigen. So wurde ein potentiell schlechtes noch zu einem sehr schönen Erlebnis – passt ja dann unter 2!

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4. Morgen geht’s los! Wohin würdest du jetzt gerne reisen? Wirklich morgen? Nach Neuseeland, weil wir es da so gut hatten, und weil es einfach wäre, nur schnell ein paar Sachen zusammenzuraufen und loszufahren. Wenn ich aber ein bisschen mehr Zeit zum Überlegen und Vorbereiten bekommen würden (sagen wir mal bis nächste Woche oder so), dann eher irgendwo nach Afrika (Mit Jeep und Dachzelt durch Namibia, Tansania oder Uganda) oder im Auto/Camper einmal von Alaska nach Feuerland… oder Japan?

5. Würdest du lieber um die Welt fliegen, segeln oder das Auto nehmen? Ich würde am liebsten segeln… traue mich das nur nicht. Segeln war schon immer ein Kindheitstraum von mir. Vor einigen Jahren kauften wir uns dann wirklich ein kleines  Segelboot aus den 70er Jahren, ein sogenanntes IF, das wir aber nur für ein paar wenige Jahre besaßen. Als dann unser Sohn geboren war, kamen wir nicht mehr wirklich zum Segeln, und da wir ja nicht direkt am Meer wohnen, wurde es am Ende auch zu umständlich. So wurde das Boot wieder verkauft. Doch hat die Vorstellung, sein zuhause immer dabei zu haben und auf diese Weise alle Kontinente eigenhändig erreichen zu können was faszinierendes… aber da für uns dann doch leider nicht möglich, würde ich sagen in zweiter Hand Auto, am liebsten Campervan wie damals in Neuseeland! Ich mag außerdem das Fliegen nicht besonders, nehme es aber als notwendiges Übel in Kauf.

6. Kann man größere Abenteuer auch mit Kindern erleben? Ein klares JA. Die Frage ist eher, wie man für sich „größere Abenteuer“ definiert. Es gibt genügend Beispiele von Eltern, die mit ihren Kindern um die halbe Welt gezogen und dabei durch Krisengebiete und ich weiß nicht was gewandert sind. Das wäre nichts für uns, wenngleich ich so manchen Familienabenteurer still und leise bewundern kann. Vieles geht und ist auch mit Kindern möglich. Die Frage ist eher, was man seinen Kindern zumuten möchte. Aber Abenteuer mit Kinder, ganz klar. Ich denke da an die 1000 m Zipline, die unser damals 8-Jähriger über ein Tal in Costa Rica gefahren ist, die „Klettersteige“ in den österreichischen Alpen, ‚gloworm‘ Anschauen mit schwachen Taschenlampen in den dunklen, feuchten Waipu Höhlen in Neuseeland oder stundenlanges Warten in der Dunkelheit bis eine große Oliv-Bastardschildkröten am Strand auftaucht, um ihre Eier zu legen. Ok, alles keine Afrikadurchquerung zu Fuß oder Mount Everest-Besteigung, aber für uns mit den Kindern schon „genügend große“ Abenteuer.

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7. Was vermisst du auf Reisen am meisten? Auf Alleinreisen meine Familie. Auf Reisen mit meiner Familie eigentlich nichts. Ok, kann mich manchmal nach einem guten Bett oder etwas Ruhe sehnen (um halb sechs vom Muezzin geweckt zu werden ist nicht gerade das Gelbe vom Ei…), da ich recht geräuschempfindlich bin, wenn es ans Schlafen geht. Aber ansonsten fehlt mir wirklich nichts wesentliches.

8. Was steht ganz oben auf deiner Bucket-Liste? Wie gesagt Afrika, z.B. Namibia oder Uganda. Aber auch Mittel- und Südamerika (v a mit Abstecher auf die Galapagosinseln), aber auch mit dem Fahrrad die Donau von der Quelle bis zur Mündung im Schwarzen Meer abfahren (hatte ich Anfang der 90er zusammen mit einem Schulfreund geplant, wurde aber nichts, und wir fuhren stattdessen für 5 Wochen ins Baltikum, was auch sehr spannend war) – und nochmal zurück nach Neuseeland… oder Japan?

9. Was ist der größte Unterschied zwischen Reisen mit Kind(ern) und Reisen alleine/als Paar? Nun ja, als Paar ist natürlich die Logistik viel einfacher und unkomplizierter (sollte es zumindest sein, ansonsten ist es vielleicht an der Zeit den (Reise)Partner zu wechseln…) und man kann sich mehr vornehmen, da man Erwachsenen einfach mehr zumuten kann. Mit Kindern muss man sich natürlich in erster Linie immer an dem „schwächsten“ Mitreisenden orientieren, was in der Regel die Kleinsten in der Familie sind (muss aber nicht immer so sein). Ein weiterer Unterschied ist, dass man Reisen mit Kindern anders erlebt, oft intensiver, da sie Dinge wahrnehmen, an denen man selbst einfach nur vorbeigegangen wäre. Auch bekommt man über die Kinder oft Kontakt zu anderen Reisenden und Einheimischen, ein Kontakt der ohne Kids so nicht zustande gekommen wäre. In Neuseeland wurden uns z.B. von einem älteren neuseeländischen Paar spontan zwei „Buddy Boards“ angeboten, um in den „Te Paki“ Sanddünen die Hänge hinunter zu rasen. Der Grund für diese nette Geste war offensichtlich, dass sie uns am Abend davor auf dem Campingplatz in Cape Reinga gesehen hatten, wie wir und unsere Freunde mit den Kindern am Toben waren und wir ihnen spontan sehr sympathisch waren…

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10. Kannst du dir vorstellen, komplett aus Deutschland auszuwandern? Wenn ja, wohin? Tja, wir sind ja bereits vor über 15 Jahren aus Deutschland nach Schweden ausgewandert, so die Antwort auf diese Frage ist natürlich ja. Und wir haben es nie bereut, weder beruflich noch persönlich. Das Leben in Schweden, vor allem als Familie mit Kindern, hat unserer Meinung nach sehr große Vorteile. Wir stellen uns aber auch immer mal wieder die Frage, ob wir nochmal aus- bzw weiterwandern sollen und wollen. Diese Frage ist schon schwieriger zu beantworten, dafür geht es uns eigentlich zu gut hier. Und inzwischen wollen die Kinder ja auch ein Wörtchen mitreden, und noch weiter weg von den Großeltern in Deutschland ist auch nicht gerade etwas, was wir anstreben. Auf der anderen Seite haben wir ja eine gewisse ständige Unruhe in uns, die wir bisher mit unseren Reisen in Zaum halten konnten. Sollten wir es aber doch nochmal wagen, dann stehen Länder wie Neuseeland oder Kanada ganz oben auf der Liste. Zurück nach Deutschland können wir uns im Moment nicht mehr vorstellen.

11. Wonach suchst du deine Reiseziele aus? Dürfen deine Kinder mitbestimmen? Ich surfe im Netz, vor allem auf anderen Reiseblogs, wie zum Beispiel deinen, um neue Ideen zu sammeln. Dann gibt es natürlich einige Reiseziele, die irgendwie immer im Kopf herumschwirren – Neuseeland war so eines. Die letzte Fernreise nach Costa Rica kam eher zufällig zustande, hatten wir eigentlich ursprünglich Afrika geplant gehabt. Da waren die Kinder schon mit an der Entscheidung beteiligt, und fanden ein Land mit richtigem tropischen Regenwald auf relativ kleinem Raum, sprich vielen Tieren, spontan besser, als die afrikanische Savanne. Manchmal entscheiden aber auch nur wir Eltern, meistens sogar würde ich sagen. Die Kinder finden sich dann in der Regel ganz schnell in unserer Entscheidung, und so lange sie Zeit mit uns verbringen dürfen, sind sie – bisher noch – zufrieden. Wir überlegen uns natürlich auch schon genau, welchen Gefahren wir die Kinder und schließlich auch uns aussetzten wollen – da finde ich, dass man als Erwachsener nicht zu egoistisch sein darf. Einige Länder scheiden da von vornherein aus, da sie zu gefährlich sind, sei es aufgrund der politischen Lage oder evtl. gesundheitlicher Risiken. Aber wir schrecken nicht völlig vor z.B. Reisen in Malariagebiete oder ähnlichem zurück (waren aber auch froh, dass uns Denguefieber in Costa Rica erspart geblieben war).

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Wenn wir das richtig verstanden haben, dann ist der Liebster Award in erster Linie vor allem für neue und noch etwas unbekanntere Blogger gedacht. Viele der Blogs, die wir verfolgen, haben diesen Award meist schon mehrmals verliehen bekommen, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht. Unsere Nominierung sieht folgendermaßen aus:

  1. Thor von sechspaarschuhe.de
  2. Frida von doubletrouble.de
  3. Sarah und Julian von familiebaueraufweltreise.com
  4. Lena von Reiseamsel
  5. Michael von erkunde-die-welt.de

Uns das sind unsere Fragen:

  1. Was ist die Triebkraft für dein Reisen?
  2. Welcher Reisetyp bist du? Städtereisen oder lieber ab in die Natur?
  3. Siehst du irgendwelche Nachteile mit deinem Reisen – für dich selbst oder andere?
  4. Mit welchen Argumenten begegnest du denjenigen, die dir vorwerfen, dass du „deine armen Kinder gegen ihren Willen kreuz und quer durch die Welt schleppst“?
  5. Gibt es Länder, in die du unter keinen Umständen reisen würdest?
  6. Und welche Länder musst du unbedingt noch(mal) besuchen?
  7. Hast du schon einmal kurzfristig deine Reisepläne komplett ändern müssen?
  8. Hat das Reisebloggen dein Reisen in irgendeiner Art verändert?
  9. Ist es dir wichtiger zu schreiben oder gelesen zu werden?
  10. Facebook, twitter, Instagram & Co. Ist das nicht viel zu stressig, deinen Blog in allen möglichen Sozialen Medien zu promoten?
  11. Kannst du dir vorstellen, komplett aus Deutschland auszuwandern? Wenn ja, wohin? (ok, diese Frage war schon bei unseren Fragen dabei, aber als Auswanderer mussten wir sie einfach nochmal dabei haben!)

 

Und hier nochmal die Regeln zum Nachlesen:

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster-Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte alle 11 Fragen, die dir der Blogger stellt, der dich nominiert hat.
  3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster-Award.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Artikel über den Liebster-Award.
  6. Informiere die von dir nominierten Blogger über deinen Artikel.

Viel Spaß beim Mitmachen!

 

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