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Dänemark im Herbst – in den Dünen von Nordjütland

Dänemark im Sommer – das kann ja jeder. Selbst haben wir es im Sommer kaum ins nahegelegene Nachbarland geschafft, zumeist nur auf der Durchreise gen Süden, abgesehen von kurzen Stop-overs bei der dänischen Verwandtschaft oder – meist berufliche – Kurztripps nach Kopenhagen.

Vor ein paar Jahren aber hat uns ein Kollege von H auf die Idee gebracht, doch mal in der kalten Jahreszeit einen Abstecher zu den Dänen zu machen. Dänemark im November – im Ernst? Das schien uns anfänglich eher unattraktiv, haben wir uns dann aber eines Besseren belehren lassen. So waren wir nun bereits zweimal im Herbst in Norra Jylland oder Nordjütland und haben dort jeweils eine Woche bei rauem Klima in einer schönen dänischen Ferienanlage verbracht.

Wir sind eigentlich überhaupt nicht die „Feriendorfurlauber“, und waren auch dementsprechend skeptisch. Im Herbst 2011 machten wir uns zum ersten Mal mit Auto und Fähre auf den Weg nach Skallerup Klit, einer dänischen Ferienanlage an der Ostküste von Nord-Jylland. Für uns ist das eigentlich die perfekte Anreise mit drei Stunden Autofahrt, dann eine ca. dreienhalbstündige Fährüberfahrt mit Stenaline von Göteborg aus nach Fredriskhavn, und danach nur noch eine knappe Stunde Autofahrt an die Ostküste bis zum Ziel – ein perfekter Tagestripp! Aber auch von Deutschland aus kann man Nord-Jylland eigentlich ganz gut erreichen. Von Hamburg aus braucht man mit dem Auto ca. 5-6 Stunden bis Skallerup. Vom Nordosten Deutschlands gibt es Fährverbindungen von Rostock und Sassnitz nach Gedser in Dänemark, von wo aus es auch ca 5-6 Stunden Autofahrt nach Skallerup sind. Es gibt auch die Möglichkeit mit der Bahn bis Hjørring zu fahren, und von da aus mit dem Bus oder Taxi weiter nach Skallerup, aber mit dem eigenen oder Mietwagen ist es schon angenehmer. Zumal man ja auch gerne vor Ort ein wenig mobil sein möchte.

Wir wollten es selber nicht so richtig glauben, aber ein solcher Urlaub war eigentlich die gelungen Kombination aus Erholung, Erlebnissen und (Bade-)Spaß. Die dortige Anlage bietet alles, was das Kinderherz höher schlagen lässt, vor allem eine schöne Badelandschaft, wo man auch wenn es draußen neblig und trüb ist bei angenehmen 30 Grad Lufttemperatur den ganzen Tag baden und faulenzen oder herumtoben kann. Natürlich ist das nicht mit einem warmen Strand am Mittelmeer oder Atlantik zu vergleichen, aber immerhin fast so gut.

Außer der Badelandschaft gibt es noch eine große Spiel- und Spaßlandschaft mit angrenzender Bastelwerkstatt, die es unseren Kindern ganz besonders angetan hatte, und wo sich T auch noch gut beschäftigen konnte, nachdem sie aufgrund eines „Hüftschnupfens“ ein, zwei Tage nicht so mobil war. Wir erinnern uns immer gerne daran, wie wir Eltern im Herbst 2011 zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder entspannt auf einem Sofa saßen und uns in Ruhe unterhielten während die Kinder in der Spiellandschaft ihr für diesen Tag letzten Energiereserven verbrauchten…

Und apropos Energie, Skallerup Klit ist eine relativ umweltfreundliche Ferienanlage, die nahezu „energie- bzw. kohlendioxidneutral“ (ok, das gibt’s nicht wirklich) betrieben wird. Die Badeanlage wird hauptsächlich mit Sonnenenergie von Sonnenkollektoren auf dem Dach beheizt. Auch setzt man im übrigen auf Wasserkraft, Erdwärme und Pellets und versucht zumindest, Energie zu sparen, wo dies möglich ist. Auch sollen die Ferienhäuser angeblich relativ energiesparend und gut isoliert gebaut sein, trotz vieler und großer Glasflächen.

Im Erlebniscenter gibt es außerdem auch noch Möglichkeiten, Tennis, Badminton, Bowling usw zu spielen. Man kann in der Nähe auf Islandponnys reiten, und es gibt einen Streichelzoo. Langweilig wurde es uns nie! Gerade für etwas jüngere Kinder gibt es hier viel zu erleben. Aber auch Entspannungskuren für gestresste Eltern in einem relativ neu erbauten „römischen Bad“ können gebucht werden.

Viele der oben genannten Aktivitäten, wie z.B. die Bade- und Spiellandschaft sind im Wohnpreis mit inbegriffen und können täglich während der Öffnungszeiten so lange man möchte genutzt werden. Oft badeten wir ein paar Stunden am Vormittag und wenn keine Ausflug geplant war am Nachmittag oder frühen Abend dann nochmal. Da man im Gehabstand zum Erlebniscenter wohnt ist das sehr unproblematisch.

Skallerup

Man wohnt hier meist in Ferienhäusern in Strandnähe, aber es gibt aber auch ein paar sehr zentral gelegene Ferienwohnungen. Wir hatten bei unserem ersten Besuch ein Haus fast direkt am Wasser. Und obwohl man die gesamt Woche vor lauter Nebel kaum die Hand vor den Augen sehen konnte, war es schön in nur zwei Minuten unten am Strand sein zu können, um dort einen Spazierganz zu machen. Wir können die sogenannten Spa-Häuser sehr empfehlen, die genügend Platz bieten und gut ausgestattet sind.

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Auch wenn man sich in einer Woche nicht wirklich aus der Ferienanlage wegbewegen muss – die Zeit verfliegt auch so wie im Flug, so bietet die Umgebung doch einige Ausflugsmöglichkeiten, wie z.B.

  • die Wanderdünen von Lønstrup Klint mit dem 23 m hohen Leuchtturm Rubjerg Knude, der um 1900 erbaut wurde, aber aufgrund der heftigen Sandbewegungen 1968 geschlossen werden musste. Anfangs gab es da wohl noch ein Museum und Café, aber diese Gebäude sind inzwischen durch den Druck der Sandmassen zerstört worden. Man rechnet inzwischen damit, dass der Leuchtturm in einigen Jahren ins Meer stürzen wird. Wer ihn also noch sehen möchte, muss sich möglicherweise beeilen… Die Gegend um den Leuchtturm hat eine ganz einzigartige Atmosphäre, und wir waren sowohl 2011 als auch im Jahr darauf dort und genossen die Aussucht auf die raue Nordseeküste zu unseren Füßen. Ein ganz besonderer Spaß war es, zusammen die Dünen hoch und runterzurennen.

Am Rubjerg Knude Fyr 2011

Auf dem Weg zum Leuchtturm 2012

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  • Skagen, die nördlichste Stadt Dänemarks, in der es bei unserem Besuch extrem nach Fisch roch!!!
  • die Nordspitze von Jütland, Grenen, wo sich Nord- und Ostsee bzw. Skagerrak und Kattegat treffen (ob Kattegat wirklich zur Ostsee oder eher zur Nordsee gehört oder vielleicht sogar eine eigene Meeresfläche ist, darum streiten sich hier oben die Geister) – wir wurden jedenfalls an unseren Besuch der Nordspitze Neuseelands erinnert, Cape Reinga, wo Tasman Sea und Pazifik auf einandertreffen!!

Grenen – die Nordspitze Jütlands

  • das Nordseeaquarium in Hirtshals mit großen Aquarien, vielen wunderschönen und auch exotisch anmutenden Fischen, wie z.B. der Mondfisch und Rochen zum Anfassen

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Unser Fazit: Die beiden Urlaube dort, waren extrem kinder- und elternfreundlich, entspannend und erholsam. Gerade die richtige Mischung aus Badespaß, Aktivität und Faulenzen. Beim ersten mal waren wir im November zur absoluten Nebensaison dort – und da war wirklich nichts los! Das Jahr darauf fuhren wir zusammen mit unseren Stockholmer Freunden während der schwedischen Herbstferien dort hin, da waren wir dann schon nicht mehr ganz allein, aber wir hatten nie das Gefühl, dass es dort überlaufen war. Wir wollen auf jeden Fall wieder einmal hin. Die Kinder fragen uns des öfteren, wann es denn mal wieder nach Dänemark zum Baden geht. Wie auch immer, wenn, dann wird es sicherlich wieder in der dunklen Jahreszeit sein!

Wer sich noch gerne ein paar weitere Bilder vom schönen, wenn auch im Herbst rauen Nordjütland ansehen möchte, findet diese HIER.

4 Kommentare

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  3. Immer nur Sommer ist in der Tat langweilig. Ich finde das sieht total wild und schön aus und könnte ich mir auch aus Herbst- oder Winterziel vorstellen. Wir waren vor 2 Jahren im Herbst in Norwegen und fanden auch das megaschön. Außerdem hat es den praktischen Vorteil, daß kaum Touristen da sind. LG, Nadine

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