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Mit Kindern wandern – Ein Vater-Sohn-Trip im schwedischen Fjäll

Diesen Sommer waren wir in unterschiedlichsten Familienkonstellationen unterwegs und haben alles von Vater & Kinder, Mutter & Kinder über nur Eltern bis zum gemeinsamen Familienurlaub alle vier mitgenommen!
Früher als die Kinder klein waren, sind wir ja desöfteren nur ein Elternteil zusammen mit den Kindern oder zumindest einem Kind unterwegs gewesen, meist in Richtung Deutschland, um Großeltern und Urgroßmutter zu besuchen. Seit die Kinder in die Schule gehen, sind wir diesbezüglich leider nicht mehr ganz so flexibel, weshalb solche Reisen eher seltener geworden sind. Da kommt es dann schon ab und zu vor, dass sich unser Sohn eher ganz alleine ohne die berufstätigen Eltern auf den Weg gemacht hat.

Wir Männer in der Familie hatten schon länger von einer Vater-Sohn-Reise gesprochen und setzten diese Idee Ende August endlich in die Tat um. Dank des liberalen Schulsystems hier in Schweden (oder zumindest unserer Schulen hier vor Ort), war es kein Problem, eine Schulbefreiung für eine Woche zu bekommen, obwohl die zehnwöchigen Sommerferien gerade erst zu Ende gegangen waren. So kam es also, dass sich Vater und Sohn eineinhalb Wochen nach Schulbeginn für eine Woche in Richtung Norden aufmachten.

Fjällwanderung mit Zeltübernachtung

Mit Kindern wandern hat für uns eigentlich immer irgendwie gepasst. Auch jetzt wollten wir hauptsächlich wandern, und so planten wir eine vier- bis fünftägige Wandertour durchs schwedische Fjäll. Auch wollten wir diesmal im Zelt übernachten, da wir bisher unsere Zelte zusammen mit den Kindern nur im heimischen Garten oder auf Campingplätzen genutzt hatten.

Wenn man die schwedischen Berge, das Fjäll, besuchen möchte, liegen die eventuell in Frage kommenden Wandergebiete selbst für uns nicht gerade um die Ecke. Im Juni hatten wir ja bereits Grövelsjön in Norddalarna besucht, so dass es dieses mal in eine andere Ecke gehen sollte. Das bedeutete aber auch, dass wir eher noch ein kleines Stück weiter nach Norden fahren mussten.
Den ursprünglichen Plan, mit Bussen und Bahnen dorthin zu kommen, mussten wir leider recht schnell verwerfen, da der Sommerfahrplan inzwischen nicht mehr gültig war, und die wenigen Verbindungen schon teilweise ganz eingestellt waren, so dass wir die Reise am Ende mit unserem eigenen Bus antraten.

Leere schwedische Landstraßen

Leere schwedische Landstraßen

Ein Roadtrip über schwedische Landstraßen

Unser Ziel, das Helagsfjäll, liegt für uns wie gesagt nicht gerade direkt um die Ecke. Die Fahrt ins über 600 km entfernte Ramundberget, dem Ausgangspunkt unser Wanderung,  dauerte mit kleineren Pausen fast zehn Stunden. Die Wege sind zwar meist recht gut ausgebaut und zu dieser Jahreszeit aufgrund der milden Witterung sehr gut zu befahren, aber man fährt eben fast ausschließlich auf Landstraßen. Viel Verkehr ist zum Glück nicht, vor allem je weiter man nach Norden kommt. Aber es besteht ständig die Gefahr von Wildwechsel, so dass man immer schön aufpassen muss.
Ein paar Kilometer südlich von Vansbro in Dalarna machten wir an einem kleinen einfachen Restaurant Mittagspause, wo gerade ein Kleintiermarkt abgehalten wurde. Hier wurden Hühner, Enten, Wachteln, Gänse, Kaninchen, Meerschweinchen und anderes Kleinvieh zum Kauf angeboten. Natürlich gab es auch alle möglichen Varianten unterschiedlicher Eier zu kaufen. Darüberhinaus konnte man Geld auf seinen Lieblingsvogel beim Entenrennen (!) setzen und im Wald Schießübungen machen… ja, wir waren nun wirklich auf dem Land angekommen…

Geflügelmarkt auf Dalarna-Art

Geflügelmarkt auf Dalarna-Art

Sohnemann wollte ein paar Wachteleier mit auf die Wanderung nehmen!!

Sohnemann wollte ein paar Wachteleier mit auf die Wanderung nehmen!!

Unterwegs auf dem Jämtlandsleden

Wir hatten anfänglich geplant, den 63 Kilometer langen Jämtlandsleden zu gehen. Dieser Wanderweg verbindet den kleinen Skiort Ramundberget im westlichen Härjedalen mit Storulvån, einer Fjällstation in Jämtland. Man kann diesen Weg ohne Zelt gehen und in vier Tagesetappen bequem von Hütte zu Hütte laufen. Leider war die verkehrstechnische Anbindung Ende August wie gesagt nicht wirklich optimal, weshalb wir uns letztendlich für eine Rundtour entschieden.

Nachdem wir die Nacht in einem gemütlichen Zimmer im Fjällgård in Ramundberget verbracht hatten, machten wir uns am Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück gestärkt auf den Weg. Irgendwie kamen wir uns etwas deplatziert vor zwischen allen Mountainbikern und Golfern, die zur schneefreien Zeit das Hotel bevölkerten, so dass wir froh waren, die Zivilisation für einige Tage hinter uns zu lassen.

Mit Kindern wandern - schwedisches Kalfjäll

Mit Kindern wandern – schwedisches Kalfjäll

Rauf aufs Kalfjäll – baum- und mückenfrei

Der Wanderweg führte anfänglich durch Laubwald, aber schon nach wenigen Minuten relativ steil nach oben. So gelangt man schnell auf das sogenannte Kalfjäll, wo es eben vor allem kahl ist, da man die in Skandinavien relativ niedrige Baumgrenze überschritten hat. Hier kann man weit bis zum Horizont sehen, selten ist es ganz windstill, was auch gut ist, da der Wind in der Regel die Mücken vertreibt, aber zu dieser Jahreszeit gibt es sowieso selten noch Mücken. Dafür ist es vor allem nachts dann doch schon recht kalt.
Nach der Hälfte der ersten Tagesetappe kamen wir an eine Schutzhütte, von denen es im Fjäll einige gibt. Hier kann man im Notfall zum Beispiel, wenn man von schlechtem Wetter überrascht wird, Zuflucht suchen. Oft gibt es ein Nottelefon, was natürlich in den Gebieten wichtig ist, wo es keinen Mobilempfang gibt. Für uns war hier erstmal Mittagspause angesagt. Unsere Rücken schmerzten von der ungewohnt schweren Last doch ein wenig, und wir freuten uns, unseren neu eingekauften Gaskocher anwerfen zu können, um uns ein warmes Mittagessen zu kochen. Irgendwann mussten wir dann aber doch wieder die Rucksäcke schulten und machten uns auf die zweite Etappe des Tages. Immer wieder ging es über kleine Bäche und um sumpfige Stellen herum. An insgesamt vier Stellen waren wir gezwungen barfuß durchs Wasser zu waten, da wir keine Stellen fanden, an denen wir trockenen Fußes hätten weiterkommen können. Zum Glück war das Wasser nur kalt und nicht übermäßig tief!

Schutzhütte im Fjäll

Schutzhütte im Fjäll

Nottelefon - hier reicht im Notfall Knopf drücken!

Nottelefon – hier reicht im Notfall Knopf drücken!

Mittagessen kochen!

Mittagessen kochen!

Die ersten Nacht im Zelt

Am späten Nachmittag kamen wir nach 15 Kilometern an der ersten Fjällhütte auf diesem Streckenabschnitt vorbei. Während der letzten halben Stunde hatte es angefangen zu regnen, es ging bergauf, und wir schwitzen in unseren Regenklamotten (GoreTex hilft da auch nicht wirklich…)… ja, wandern macht echt Spaß!!
Der Hüttenwirt begrüßte uns mit den Worten „ihr wollt sicher hier übernachten…“, aber weit gefehlt. Sohnemann war ja fest entschlossen, zu zelten, und da konnte ihn auch ein wenig Regen nicht davon abbringen. Also deckten wir uns nur ein wenig mit zusätzlichem Proviant ein und wanderten dann noch ein wenig weiter. In der Nähe der Fjällhütte gab es unzählige kleine Seen und so wurden wir auch recht schnell fündig und fanden einen wunderschönen Platz auf einem Hügel, mit Blick auf die umliegenden Seen und hinter uns das große Helagsmassiv, wohin es am darauffolgenden Tag weitergehen sollte.

Wildzelten im schwedischen Fjäll

Wildzelten im schwedischen Fjäll

Inzwischen war auch das Wetter wieder freundlicher geworden und wir bauten bei Sonnenschein unser Zelt auf. Nach einem leckeren Abendessen, verkrochen wir uns recht schnell in unsere Schlafsäcke, steckte uns die Wanderei doch ein wenig in den Knochen. Vor allem wollten wir unsere geplagten Rücken ein wenig ausstrecken. Nach ein paar Partien Uno machten wir dann auch irgendwann das Licht aus und schliefen beide erschöpft und glücklich ein.

Trüber und regnerischer Morgen

Trüber und regnerischer Morgen

Weiter Richtung Helags

Weiter Richtung Helags

Helags

Am darauffolgenden Morgen ging es weiter Richtung Helgas under der gleichnamigen Fjällstation. Den ganzen Tag hatten wir den Gipfel des fast 1800 m hohen Helgas vor Augen. Unseren ursprünglichen Plan, das Helgasmassiv zu umrunden, hatten wir aufgeben, da uns am Vortag klar geworden war, dass diese Wanderung doch vermutlich zu anstrengend werden würde und unsere Zeit vielleicht auch nicht ganz ausreichen würde.
Nachdem es morgens beim Aufwachen noch geregnet und das Wetter nicht gerade vielversprechend ausgesehen hatte, wurden wir tagsüber immer wieder von sonnigen Momenten überrascht. Gegen Nachmittag kamen wir dann auch an der Helags Fjällstation an, die cirka zwölf Kilometer von der nächsten Straße entfernt liegt, die dem erschöpften und hungrigen Wanderer doch so allerlei Annehmlichkeiten bieten kann. Hier gibt es Strom, Wasser, fast normale Toiletten, Warmwasserduschen und eine Sauna. Hierher kommen viele Wanderer vom nahegelegenen Ljungdalen, das nur eine Tagesetappe zu Fuß entfernt liegt. Viele kommen hierher, um die Spitze des Helgas zu erklimmen oder auf ihrem Weg von Norden nach Süden, entlang des südlicheren Teils des bekannten Kungsleden.
Wir schliefen eine weitere Nacht im Zelt, doch in der Nähe der Fjällstation, wo wir für eine Gebühr von 200 SEK die sanitären Einrichtungen, Küche usw nutzen konnten. Unser Plan war am nächsten Tag wenn möglich den Helgas zu erklimmen oder bei schlechtem Wetter zumindest bis zum südlichsten Gletscher Schwedens zu wandern.

Helags Fjällstation

Helags Fjällstation

Nach einer sehr kalten Nacht im Zelt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Winden zwischen 10 und 11 Meter pro Sekunde, wärmten wir uns morgens erstmal in einer der Gästeküchen der Fjällstation auf. Trotz doppelter Schlafsäcke, mehreren Lagen Kleidung, Mütze usw hatten wir in der Nacht gefroren (oder zumindest ich, Sohnemann hat ja eingebaute Wärmeelemente in seinem Körper und friert eigentlich generell nicht!!). Wir entschieden dann kurzer Hand für die kommende Nacht ein Zimmer in der Fjällstation zu mieten, und so kam es, dass wir die darauffolgenden Nacht in einem Vierbettzimmer verbrachten, in dem allerdings außer uns beiden niemand anderes mehr übernachtete, so dass wir das ganze Zimmer für uns alleine hatten. Die Extranacht in der Fjällstation ermöglichte es uns, eine Tagestour mit leichtem Gepäck zum Helgas zu machen, obwohl das Wetter nicht gerade ideal war, als wir losgingen und der Gipfel komplett in den Wolken verschwunden war. Ob wir es wirklich bis auf den Gipfel geschafft haben, erfahrt ihr demnächst hier auf dem Blog.

Rentier an der Fjällstation

Rentier an der Fjällstation

Wasserentsorgung an der Fjällstation

Wasserentsorgung an der Fjällstation

Wohnen ohne Strom und Wasser – eine Nacht in einer richtigen Fjällhütte

Auf unserem Rückweg fing die karge Vegetation schon langsam an, sich herbstlich zu verfärben. Hier oben in diesem Klima machen einige wenige Tage schon oft einen großen Unterschied. Als wir diesmal zur Fjällhütte kamen, wollte Sohnemann lieber nicht im Zelt übernachten – und ich musste nicht wirklich überredet werden!
Die fältjägarstuga liegt unglaublich schön auf eine kleiner Anhöhe, von der aus man einen 360-Grad-Panoramablick auf die umliegenden Berge und kleinen Seen hat. Sie wurde erstmals 1945 zum Gedenken an die Feldjäger Hans Östergren, Bertil Ström und Helge Slogan errichtet, die in der Nacht vom 4. auf 5. März 1944 dort in der Gegend in einem Schneesturm umgekommen waren. Die Hütte wurde dann 1965 durch eine damals topmoderne Variante ersetzt, die fjällstuga 65, die zweigeteilt ist und über cirka 20 Betten verfügt. Diesen Prototyp findet man heute noch an vielen anderen Stellen im schwedischen Fjäll.

Fältjägarstugan

Fältjägarstugan

Fjällstuga 65

Fjällstuga 65

Es war schon schön, ein ordentliches Dach über dem Kopf zu haben, vor allem bei diesen Witterungsverhältnissen. Kaum waren wir in der Hütte angekommen, fing es auch mal wieder an zu regnen. Wie in schwedischen Fjällhütten üblich, muss man sich das Wasser aus einer nahegelegenen Quelle, Fluss oder See besorgen. Hier war der Weg zum Wasser schon ein wenig länger, und vor allem ging es zurück bergauf! Strom gab es natürlich keinen, aber Gas zum Kochen und Holz zum Heizen. Normalerweise muss man das auch noch selbst spalten, aber glücklicherweise gab es einen recht großen Vorrat vor Ort. Beim  Hüttenwirt bezahlt man die Übernachtungsgebühren, und es wird einem ein Schlafplatz zugeteilt. Wir hatten großes Glück, dass nicht so viele Wanderer heute hier Station machten, und so teielten wir uns eine Hüttenhälfte mit zwei schwedischen Rentnern, die wir tagsüber schon desöfteren auf dem Weg hierher getroffen hatten. Sohnemann genoss jeden Augenblick, und wäre am liebsten noch eine Woche geblieben. Er erkundete jeden Winkel in der Hütte, schleppte Wassereimer vom See herauf, brachte Holz in die Hütte und bediente die anderen Gäste. Im Nachbarraum hatten sich noch ein deutscher Wanderer für die Nacht einquartiert und ein Jäger, der hier schon einige Tage zusammen mit seinen Hunden verbracht hatte und auf Schneehuhnjagd war.

Wasser muss aus einem nahegelegenen See geholt werden...

Wasser muss aus einem nahegelegenen See geholt werden…

...was recht anstrengend sein kann!

…was recht anstrengend sein kann!

Wir schliefen gut diese Nacht, obwohl es draußen stürmte und immer mal wieder regnete. Als ich mitten in der Nacht aufwachte und mich auf den Weg zum Toilettenhäuschen machte, hatte der Himmel fast komplett aufgeklart, und man konnte den wunderschönen Sternenhimmel sehen. Wir hatten ja immer auf Nordlichter gehofft, aber das wurde uns in jener Nacht noch verwehrt.

Barfuß wandern

Am nächsten Morgen ließen wir uns ein wenig Zeit, hatten wir es doch nicht wirklich eilig. Heute sollte es zurück zum Ausgangspunkt gehen. Die Rucksäcke waren um einiges leichter als am Anfang der Tour, und das Wetter war auch fast den ganzen Tag über recht sonnig und warm. Die Landschaft war noch einmal um einen Tick bunter geworden, und wir genossen wirklich, uns in dieser wunderschönen Landschaft zu bewegen.
Auf dem Weg kamen wir wie am ersten Tag an Blaubeerbüschen vorbei, wo wir uns ordentlich bedienten. Und dieses mal mussten wir noch nicht einmal unsere Wanderschuhe so oft ausziehen, wie am ersten Tag. Entweder waren die Furten nicht mehr so tief oder wir hatten inzwischen einfach eine bessere Technik. Nur an einer Stelle, wo gleich zwei Flussdurchquerungen hintereinander anstanden, hätten wir es wohl nicht trockenen Fußes geschafft. Da wir ja wussten, dass die zweite Durchquerung nach nur wenigen hundert Meter kommen wird, machten wir uns gar nicht die Mühe, unsere Füße zu trocknen und unsere Stiefel wieder anzuziehen und liefen einfach kurzerhand barfuß den etwas matschigen Weg entlang. Das machte unglaublichen Spaß, und wir überlegten sogar kurz, ob wir vielleicht barfuß weiterwandern sollten… aber dann hätte man die Stiefel ja auch irgendwie tragen müssen, so dass wir uns dann doch dagegen entschieden.

Bachdurchquerung

Bachdurchquerung

Natürliche Schlammpackung

Natürliche Schlammpackung

Fünf Tage nachdem wir in Ramundberget losgewandert waren, kamen wir bei strahlendem Sonnenschein wieder dort an, einen Tag eher als ursprünglich geplant. So blieb uns allerdings mehr Zeit, die Gegend um Funäsdalen noch ein wenig zu erkunden.

Unser Fazit

Im schwedischen Helagsfjäll kann man sehr gut mit Kindern wandern, wir können es uneingeschränkt empfehlen. Die Herausforderung liegt nicht im alpinen Gelände, da die Wanderstrecken in der Regel nicht so anspruchsvoll sind, wie vielleicht in den Alpen mit seinen größeren Höhenunterschieden, eher in der etwas einfacheren oder gar völlig fehlenden Infrastruktur. Dafür bekommt man Natur pur, wenn man möchte auch noch mehr als wir in diesen fünf Tagen hatten. Für uns war es im Nachhinein der optimale Kompromiss.
Wer nicht wie wir fast 22 kg (ich) bzw. fast 10 kg (Sohn) auf dem Rücken durch die Gegend schleppen will, lässt einfach Zelt, Kochausrüstung, Isomatte und den größten Teil des Essens zuhause und geht von Hütte zu Hütte. In den Hütten gibt es in der Regel genügend Essen, um satt zu werden. Und Trinkwasser muss man auch nicht wirklich mit sich herum schleppen, da man im Prinzip ständig durch trinkbares Wasser läuft (oder zumindest daran vorbei). In der Fjällstation bei Helgas kann man auch mit Halbpension wohnen und sich lecker bekochen lassen, wenn man das möchte. Und auch die Fjällstationen, die etwas weiter nördlich gelegen sind, bieten eher noch mehr Bequemlichkeiten.

Das ultimative Vater-Sohn-Erlebnis war es vor allem, da wir einmal für einige Tage ganz unter uns waren. Beim Wandern hat man genügend Zeit, viel mit einander zu reden und sich auszutauschen, was wir ausgiebig getan haben. Gleichzeitig konnten wir auch längere Strecken einfach ruhig hintereinander herlaufen, und einfach den Augenblick genießen, Wir haben dies beide sehr genossen, und es wird sicher nicht unsere letzte Vater-Sohn-Tour gewesen sein.

  • Übernachtungen in den Fjällhütten und -stationen können online über den STF gebucht werden
  • Übernachten in einer Fjällhütte kostet zwischen 460 kr und 510 kr, für STF-Mitglieder (oder z.B. DJH-Mitglieder) sowie Kinder 6-15 Jahre gibt es Rabatt – die aktuelle Preisliste
  • Preise in einer Fjällstation liegen etwas über denen einer Fjällhütte – wir haben für einen Platz im 4-Bettzimmer und mit STF- und Kinder-Rabatt 750 SEK bezahlt
  • Zelten kann man im Fjäll Dank des Jedermannsrecht im Prinzip überall; will man in der Nähe einer Fjällstation übernachten und die dortigen Einrichtungen wie WC, Küche usw. nutzen kostet das in der Regel eine Gebühr (wir zahlten 200 SEK)

7 Kommentare

  1. Pingback: Allein mit Baby oder Kind reisen – Blog-Auslese - unterwegsmitkind

  2. Wow, das sieht einfach fantastisch aus und macht sofort Lust zum Nachahmen, lieber Hartmut!

    Dein Sohn schleppt ja schon ordentlich. Wir würden sicher die Campingausrüstung zuhause lassen und auf die tollen Hütten setzen. Die sehen ja auch spitzenmäßig aus.

    Liebe Grüße
    Gela

    • Ich kann euch nur ermuntern, Gela. Es war wirklich klasse! Ja, der Sohn schleppt schon ordentlich. Ich wollte ihm eigentlich noch etwas abnehmen (obwohl ich selbst kaum meine gute 20 kg schleppen konnte), aber er bestand darauf, alles selbst zu tragen.

      Hütten sind sehr zu empfehlen, und es wandert sich definitiv leichter ohne das ganze andere Zeug im Rucksack!
      LG
      Hartmut

  3. Großartig! Ich warte nur darauf, daß unser Kleiner groß genug für ein Vater-Sohn-Wochenende ist….dann hab ich mal wieder freie Bahn zuhause. Hehe. Leider haben wir in unseren Breitengraden nicht so tolle Bedingungen wie ihr da oben. Vielleicht sollte ich die Jungs dann einfach nach Schweden schicken. Sieht jedenfalls nach einer großartigen Zeit aus, die ihr Zwei da hattet. Um das Treffen mit einem Rentier beneide ich euch jedenfalls sehr. LG/ Nadine

    • Haha, alles genau geplant, ja Nadine? 😉 Ganz im Ernst, wir hatten eine großartige Zeit. Und man muss noch nicht mal so weit in den Norden fahren, um diese grandiose Landschaft genießen zu können. Das Rentier an der Fjällstation war nur eines von Hunderten Tieren, die uns jeden Tag auf unserer Wanderung begleiteten, allerdings ein extrem zutrauliches Exemplar. Ja, wir haben es schon ganz schön hier oben… nur eben nicht immer so warm!!
      LG
      Hartmut

  4. geertnerin

    oh, ich habe große Lust, das mit der nordicfamily nach zu machen. Vieleicht wird daraus ja mal wieder ein Mama Tochter Wochenende. danke für die Inspiration mit den schönen Fotos. Ich mag das mit dem vollgepackten Sohnemann, der in die Landschaft guckt am liebsten…. der Herbst ist doch eine tolle Jahreszeit.

    • Ja, ich bin überzeugt, dass das auch was für euch wäre! Die Schlepperei hat sich letztendlich schon gelohnt. Der Herbst ist eigentlich die beste Zeit für eine Wanderung im schwedischen Fjäll, zum einen wegen der fehlenden Mücken und zum anderen, weil die Landschaft sich schön bunt verfärbt. Wir waren fast noch ein, zwei Wochen zu früh dran. Der Nachteil ist leider die Temperatur, da muss schon die Ausrüstung und die Einstellung stimmen!

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